Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 4-5 (Mai 1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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Arbeit ist wohl das Beste, was je über dieses bereits öfters behandelte Thema geschrieben worden ist. Angesichts der großen Dimensionen Amerikas mit seiner vollendeten Technik findet Arlosoroff den einzig wahren Standort, von dem aus das scheinbar kleine Werk Palästinas seine wirklich große Bedeutung erfährt. Er schreibt: „Das Bild des Elektrizitätswerkes am Jordan macht die Gegensätze zwischen hier und dort immer deutlicher . , . Mehrmals stand ich staunend vor den riesigen Staudämmen von Colorado . . . und sagte mir mit ein wenig Erbitterung, Verzweiflung und Neid im Herzen: An all dem hat die jüdische Arbeit keinen Anteil ..." Hier in Amerika liegt die jüdische Arbeit, nationalökonomisch gesehen, an der äußersten Peripherie der amerikanischen Wirtschaft. Dort, in Palästina, bedeutet der durch und durch jüdische Bau eines mit amerikanischen Maßstäben gemessenen winzigen Elektrizitätswerkes den Kern der Wirtschaft. Dies Buch ist vielleicht eine Illustration zu einem zionistischen Lehrbuch, aber zu fragmentarisch, als daß die zionistische Konzeption einer so zentralen Persönlichkeit wie Arlosoroff dem Uneingeweihten erkennbar wäre. So ist es zu begrüßen, daß wenigstens in einer längeren Einleitung diesem Umstände dadurch Rechnung getragen wird, daß Georg Landauer die zionistische Bedeutung Arlosoroffs zu umreißen versucht. J.R. Joachim Prinz: Die Reidie Israel und Juda Als Fortseztung seines ersten Bandes: „Die Geschichten der Bibel" (von der Schöpfungsgeschichte bis zu Samuel und den ersten Königen) hat Joachim Prinz nunmehr den zweiten Teil: „Die Reiche Israel und Juda" (Erich Reiß Verlag, Berlin 1936) erscheinen lassen. Wer Jakob Auerbachs „Biblische Erzählungen für die israelitische Jugend" kennt, wird bei einem Vergleich der beiden Bücher feststellen, daß Auerbach an der objektiven Darstellung der Bibel festhält. Prinz* Wiedergabe ist in Sprache und Stil eigenwilliger und temperamentvoller; er springt gelegentlich (2. Bd. S. 24 f.) in die moderne Zeit, wenn er bei der Darstellung von Ahab und Isebel von den Ergebnissen der Ausgrabungen einer amerikanischen Forschungsexpedition berichtet. Im ersten Teile des Buches: „K ö - n i g e" werden die Könige von Israel ausführlicher behandelt als die Herrscher von Juda. Im zweiten Teile: „H e 1 d e <n" werden die Makkabäergeschichte und das tragische Schicksal Bar Kochbas in knapper, aber wirkungsvoller und packender Weise neu erzählt. Der dritte Teil: „Fraue n" behandelt Leben und Taten von Rut, Ester und Judit. Heinz Wallenberg hat dem auch äußerlich geschmackvoll ausgestatteten Buche viele Bilder beigesteuert. Paul Michaelis. J. Kaufmann, vollständiges Verlagsverzeidmis Katalog Nr. 92, Frankfurt a. M., Schillerstr. 19. — 1936. Enthält fast 1000 Nummern Judaica. Von neueren Publikationen des altbekannten gediegenen Verlages seien hier nur etwa die Torczynersche Bibelübersetzung und die trefflichen Quellenbücher zur jüdischen Geschichte und Literatur von Julius Höxter angeführt. C. K. 142