Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 4-5 (Mai 1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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über Fragen der Gemeinde und zionistischer Probleme brachten den Bundesbrüdern neben Pressequerschnitten eingehende Kenntnis von aktuellen Dingen, Zionistisch-politische und kulturpolitische Themen wurden an mehreren Abenden behandelt. Jüdische Geschichte (Mittelalter, Heimatgeschichte usw.) gab ebenfalls Stoff zu Referaten, die der allgemein-jüdischen Schulung der Bbr. Bbr, dienten, ebenso wie die ernste Behandlung religiöser Fragen der Gegenwart. Fragen der jüdischen Schule fanden eingehende Erörterung, es sind weitere Abende über die Gestaltung des jüdischen Schulwesens in Deutschland vorgesehen. Nach der Gründung der „Arbeitsgemeinschaft zionistischer Lehrer" durch die zionistische Ortsgruppe soll mit dieser ein engerer Kontakt hergestellt werden, gleichfalls mit den Studierenden des Rabbiner- und des Lehrerseminars. Der Heranführung weiterer Kreise an zionistische Fragen diente ein besonders gelungener Abend im Januar d. J., an dem Bbr. Hans Klee, Berlin, sprach. In der letzten Zeit haben wir einen Chug Iwri gebildet, der allen Bundesbrüdern Anregung und Fortbildung bieten soll. Jede unserer Veranstaltungen wird mit ihm eingeleitet. Erfreulicherweise konnten wir feststellen, daß die Hebraisierung bei uns bereits recht gute Fortschritte gemacht hat. Die Leitung des Bezirksverbandes hat in allen wirtschaftlichen und organisatorischen Fragen den Bundesbrüdern zur Verfügung gestanden. Geplant ist die Abhaltung einer K. J. V.-Bezirkstagung für Schlesien, die der Belebung der Arbeit dienen soll. Im Laufe des Monats März fanden vier Zusammenkünfte statt: am 9. März eine Adar-Feier, am 16. März ein Diskussionsabend im Anschluß an ein Referat von Bbr. Stein über Fragen der jüdischen Schule, am 23. März ein Vortragsabend und am 30. März ein Vortrag von Dr. E. Urbach über „Geschichte und Wesen des Talmuds". Der Konvent wählte am 30. April 1936 den bisherigen Vorstand des Bezirksverbandes wieder. Zum ersten Vorsitzenden wurde Manfred Rosenthal, zu weiteren Mitgliedern des Vorstandes Fritz Becker, Walter Landau, Fritz- Günther Nathan, Fritz Stein gewählt. Ferner wurde für die Neueinrichtung des Chug Iwri Bbr. Spitzer zum Leiter bestellt. Die bisher schon tätige K. H.-Kommission wurde wiedergewählt. Fritz Günther Nathan. Auszug aus dem neuen Runderlaß über Auswanderung nach Palästina vom 2. April 1936 Für die Wirtschaftsstelle geben wir nachstehend das Wichtigste bekannt (wobei sich die nachfolgenden Zeilen lediglich mit derjenigen Auswanderung befassen, die das sogenannte „Kapitalistenvisum" Kategorie 1 betrifft): Voraussetzung für die Zuteilung des Vorzeigegeldes von 1000 Pfd. Sterling ist grundsätzlich Wohnsitz in Deutschland und direkte Auswanderung naqh Palästina. Bei Anträgen, die bereits vom Ausland her gestellt werden, und die nur ausnahmsweise zulässig sind, ist Voraussetzung, daß bisher keine Mittel ins Ausland transferiert und auch keine Mittel im Ausland verfügbar sind/ ferner eine Bescheinigung des Berliner Palästina-Amtes über die ernste Absicht der Weiterwanderung nach Palästina; in solchen Fällen muß die weiter unten erörterte Einzahlung für die Be- 131