Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 4-5 (Mai 1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Zahl der Nichtantworten viele sind, deren aktive zionistische Mitarbeit uns im allgemeinen bekannt ist« Die Sichtung der Fragebogen hat ergeben, daß KJVer einen überragenden Anteil an der heutigen Arbeit fast aller jüdischen und zionistischen Organisationen in Deutschland haben. Ein sehr großer Teil von ihnen ist Träger der zionistischen Arbeit überhaupt I Nur etwa 40 Bundesbrüder mußten auf Grund der Fragebogen zu aktiverer Arbeit angehalten werden. Um das Zusammenhalten der Bundesbrüder, ja überhaupt die einzelnen in dieser Zeit menschlich zu stärken, setzte zunächst die besondere Arbeit bei den Berliner Altherrenbünden ein. Die Leitung der Berliner Altherrenbünde liegt bei der Hasmonaea zur Zeit in Händen von Bbr. Werner Hohenstein, beim Ruder V. J. St. in Händen von Bbr. Martin Hennig, bei der Kadimah in Händen von Bbr. Felix Jacobsohn, Zum Leiter des Rosenkranzbundes wurde Bbr. Siegbert Hirschbruch gewählt. Alle Altherrenbünde veranstalten wiederholt Zusammenkünfte, und wir können die Feststellung machen, daß diese Veranstaltungen trotz der starken Abwanderung besser als früher, zum Teil sogar recht gut besucht waren« In der Hasmonaea sprach am 21. Januar Bbr. Kurt Tuchler vor dem Delegiertentag der Z. V. f. D. über die Probleme des deutschen Zionismus; ferner auf einem Bierabend Bbr. Prausnitz über seine Palästinareise. Im Rosenkranzbund referierte Bbr. Hans Klee über den „Delegiertentag". Es folgte ein Ausspracheabend über die gegenwärtige zionistische Situation« dessen einleitendes Referat Bbr. Maurice Hirschfeld hielt. Die Bundesbrüder trafen sich dann noch einmal zu einem Bierabend, bei dem Bbr. Hans Klee über „Die Situation in den Gemeinden" sprach. Gleichfalls über die „Probleme des Delegiertentages" sprach im Ruder V. J St. Bbr. Hans Friedenthal — der neue Mitgeschäftsführer der Z. V. f. D. — und in der Kadimah Bbr. Erwin Meyer. Auch in zwei Altherrenverbänden der Provinz wurde versucht, wieder ein regeres Leben zu schaffen. Der Bezirksverband Niederschlesien hatte eine Art regelrechten Verbindungsbetrieb, über den der in dieser Nummer veröffentlichte Bericht Auskunft gibt. Ebenso war auch im Bezirk Rheinland- Westfalen eine bemerkenswerte Arbeit nach eigenem „Semesterprogramm" festzustellen. In Berlin fanden bisher seit dem letzten Kartelltag zwei außerordentlich gut besuchte Veranstaltungen sämtlicher Altherrenbünde statt. In der ersten sprachen Bbr. Ernst Marcus von der Paltreu und Dr. Strauß von der F. W. I. über „Transfer- und Liquidationsfragen". Bei der zweiten Veranstaltung sprach Bbr. Tuchler über „Die innere Situation der Juden in Deutschland". Bbr, Conrad Kaiser gab in seinem Reisebericht weit mehr als eine Darstellung der „Situation im Palästina Frühjahr 1936", indem er durch eine Fülle allgemein geschichtlicher und zionistischer Ausblicke unser Aufbauwerk in einen Gesamtrahmen stellte. Diese Veranstaltungen waren von etwa 120 Personen besucht. Unsere Zusammenarbeit mit der ZVfD und der BZV gestaltet sich bei der vielfachen persönlichen Verknüpfung immer enger. Das KJV wurde für die Sonderaktion des KKL von der BZV besonders herangezogen. Bei einer Zusammenkunft der Vertrauensleute des KH ergab es sich, daß über die Hälfte aller anwesenden Vertrauensleute KJVer waren. — Das Präsidium versucht, den Konnex mit dem Palästina-Präsidium enger zu gestalten. Bbr. Kaiser hat anläßlich seines Palästinaaufenthaltes Bericht über die Situation des KJV hier erstattet. Die palästinensischen Bundesbrüder werden sich hoffentlich auch mehr als bisher an der Ausgestaltung des Jüdischen Willen beteiligen. 129