Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 4-5 (Mai 1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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zersplittert ist, muß nachgeholt werden. Seit einem Jahr gewährleistet die Fortentwicklung der Bibliothek als deren Leiter unser B b r. Prof. Gotthold Weil. Die der Nationalbibliothek zur Verfügung stehenden Mittel reichen kaum für das Katalogisieren und Einbinden der Bücher aus; für Bücherankauf, Komplettierung von Zeitschriften, Abonnement auf neue Jahrgänge sind Mittel nicht vorhanden. Der Freundeskreis der Nationalbibliothek muß Geldspenden geben. In Deutschland beträgt der jährliche Mitgliedsbeitrag RM. 10,— (Postscheckamt Berlin 46 620, Otto Heilbut, in Firma N. Israel, Berlin C 2, Königstr. 7-14). In unserer Zeit, da zahlreiche Haushalte aufgegeben oder verkleinert werden, findet sich fast in allen Kreisen Gelegenheit, Buchmaterial, auch wertvolles, aus allen Gebieten des Wissens zu bekommen. Was an Büchern und Zeitschriften hier überflüssig geworden ist, kann in Jerusalem eine würdige und nützliche Auferstehung feiern. Dasselbe gilt für Nachlässe, Bibliotheken und Anstalten der jüdsichen Gemeinden, deren Dubletten oft für uns wertvoll sind. Die Sammeltätigkeit hat in Deutschland i, J. 1935 30 000 Bücher erfaßt. Es ist erstaunlich zu beobachten, wie umfassend und vielseitig jüdische Gelehrte in ihrem Fachgebiet nicht nur in deutscher Sprache die entsprechende Literatur gesammelt haben, ein Ehrenschild der jüdischen Forscher in Deutschland. Aber 360 000 Bände der Nationalbibliothek sind ein Fonds, der es nicht mehr gestattet, wahllos alles herüberzuschicken. Erst wird das Verzeichnis der zu spendenden Bücher von hier nach Jerusalem gesandt, dort wird Brauchbares oder Fehlendes ausgesucht, nach 4—6 Wochen wird der Bescheid über Erwünschtes erteilt. Gleichfalls an die Nationalbibliothek sind angeschlossen die Bibliotheken der Stadt, Krankenhäuser, Schulen, Technikum, Museum, Theater in Tel-Aviv, Haifa und den Kolonien. Vor der Katalogisierung werden die Bücher mit einem Exlibris versehen, in dem. der Name der Stifter verzeichnet wird. Die Meldungen der gespendeten Bücher sind an den Leiter der Zentralsammelstelle für die Nationalbibliothek, Herrn Ernst Hoffmann, Berlin W 15, Meinekestr. 10, zu richten. Das ist die Arbeit, um die es sich handelt und die wir alle als wichtigen Dienst am Aufbau des Landes anzusehen haben. Ein geistig interessierter Kreis, wie der unseres Kartells, hat in erster Reihe an der Förderung der Institutionen mitzuarbeiten, die der kulturellen Zukunft des „Volkes des Buches" dienen. Bericht des Präsidiums Der letzte Kartelltag hat —- neben der Erhaltung und Förderung der bundesbrüderlichen Verbundenheit als Hauptaufgabe des Rest-KJV — die noch stärkere Mitarbeit aller KJVer an der zionistischen und jüdischen Arbeit in Deutschland gefordert. Das neue Präsidium hat sich zunächst einen klaren Ueberblick über die Betätigung der Bundesbrüder in Deutschland beschafft. Ein an sämtliche Bundesbrüder (jetzt nur mehr etwa 555) versandter Fragebogen ist von der überwiegenden Zahl sorgfältig beantwortet worden — schon das ist ein nennenswertes Ergebnis in anbetracht des Uebermaßes wirtschaftlicher und persönlicher Sorgen fast aller Bundesbrüder und der Aufbruchsstimmung sehr vieler. Dabei wissen -wir, daß gerade unter der geringen 128