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Der jüdische Wille · 1936-05-01 · Heft 4-5 (Mai 1936) · page 25

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 4-5 (Mai 1936)
Date
1936-05-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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kurz der Atmosphäre, die in vielen Fachgruppen herrscht und die sachliche Arbeit gefährdet. Aber es gibt auch noch einige andere Vorzüge als diese negativen. Um bei den einzelnen anzufangen: Man kann sich vorstellen, daß so mancher Bbr., der bisher in unsren allgemeinen Aufgaben, Sammeltätigkeit, Erziehung, politischer Arbeit, kein rechtes Betätigungsfeld fand, hiervon stärker angezogen wird. Auf einem Gebiet, in dem er sich zuhause fühlt, wird er weit eher Lust verspüren, sein Können zu entfalten und auf seine Art zum allgemeinen Nutzen beizutragen. Jeder Mitarbeiter dieser Kreise sollte so, weit mehr als bisher, in das allgemeine Geschehen um uns hineingezogen werden und aus dem Gefühl der produktiven Leistung wie der tätigen Anteilnahme am Aufbau neue Energien schöpfen. Auch dem Gesamtkartell sollte, neben der sachlichen Leistung, die Arbeit der Gruppen zugute kommen. Zu gegebenen Zeiten kann eine Uebersicht der geleisteten Arbeit für den großen Kreis des Kartells wertvoll und anregend sein. Gute Referate, Arbeiten oder Diskussionen der Gruppen können durch Drucklegung einem weiteren Kreise nutzbar gemacht werden. Vor allem scheint mir wichtig, daß man auch unseren Bbr. Bbr. auf dem Lande so durch Vorträge oder Veröffentlichungen neue Anregungen gibt. Für diese Kreise hätte ich überhaupt gern ein Arbeitsgebiet vorgeschlagen, aber ich bin dafüf nicht kompetent. Denn es ist eigentlich, selbst bei Berücksichtigung der schweren Landarbeit, nicht einzusehen, warum man nicht zusammen mit unseren zahlreich in den Städten vertretenen landwirtschaftlich erfahrenen Bbr. Bbr. eine Gruppe zustande bringen sollte. Aufgabe der „städtischen" Landwirte müßte es sein, die Fragen der „Dörfler" nach gemeinsamer Klärung zu beantworten und als Wesentlichstes durch Vorträge oder Korrespondenz sowie durch Beschaffung geeigneter Lektüre sie fortlaufend über den Stand der fachlich interessierenden Dinge im Lande wie im Auslande zu unterrichten, Es liegt übrigens sehr ähnlich in den anderen Berufen. In fast allen Fächern muß der einzelne sehr viel zusätzliche Energien aufbringen, um sich auf dem Laufenden zu halten. Auch hier kann die Gruppenarbeit im gegenseitigen Helfen Kräfte sparen und Anregungen geben und damit der drohenden Gefahr der Rückständigkeit und des Verflachens wirksam begegnen. Aufgaben gibt es also wirklich im Uebermaß. Und ich wünschte nur jedem Kreis, daß in ihm echtes „team-work" geleistet würde, d. h. jeder einzelne sein Bestes gibt, um in gemeinsamer Arbeit dem gemeinsamen Ziel zuzusteuern. Jacob Burdkhardt als Kritiker jüdischen Wesens Von Bbr. Conrad Kaiser. „Ach, wenn mit Seufzen und Sehnen das Unabwendbare abgewendet werden könnte. Aber wir selber sind jeder ein Stück des allgemeinen Schicksals. Oh, was für gewaltige Lichter strahlt jetzt der Philosoph aus .,."*) iBurckhardt: an v. Preen 20. 7.1870) L Es ist noch nicht allzulange her, da lautete das beliebteste Vortragsthema in gewissen jüdischen Vereinen Deutschlands: „N. N. und die Juden" (Klopstock, Lessing, Goethe, Schiller, Grillparzer, Reuter, Scheffel, Dahn usw. ad infinitum). Da stellte der Vortragende säuberlich alle philo- und antisemiti- *) Schopenhauer U5

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