Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 4-5 (Mai 1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Jerusalem verfaßtes Lehrbuch gehört. Wir haben uns ja auch mit der Zeit daran gewöhnen müssen, daß der hebräische Lehrer alle anderen Lehrer als Nichtkönner bezeichnet. — Aber etwas muß an einem Buche doch dran sein« wenn im Laufe von eineinhalb Jahren etwa fünfzehntausend Exemplare davon abgesetzt werden« Die Reklame allein macht es nicht, das beweist der Mißerfolg mancher anderer Bücher, für die nicht weniger Reklame gemacht worden ist.— Ganz besonderen Zorn erregt in dem Verfasser das neue Minimal-Programm. Nun, ich will zugeben, daß ein Maximal-Programm besser wäre. Aber man muß auch die Zeit und die Mittel haben, um es zu verwirklichen. — Vor 1933 hatte man die Zeit, um einen Schüler, wenn er durchhielt, jahrelang zu unterrichten, bis er alle Regeln auf das Genaueste kannte. Sprechen konnte er dann oft noch immer nicht. — Heute ist es anders. Wer hebräisch lernt, will nicht Hebraist werden, sondern soviel Kenntnisse erwerben, daß er, ins Land gekommen, sofort sich über die einfachen Dinge des täglichen Lebens verständigen kann. Diese Kenntnisse müssen zugleich geeignet sein, auf ihnen aufbauend, im Lande allmählich die Sprache ganz zu erlernen. Nun hat der Ole für die hebräische Vorbereitung meistens nur ein halbes Jahr Zeit, selten ein Jahr. — In dieser Zeit muß es also gelingen, ihn zum Sprechen zu bringen. Das ist das Ziel des Minimalprogrammes. Dieses Minimalprogramm ist auch nicht das Produkt eines unwissenden Laien, sondern nach Vorbereitung in einer Lehrerkonferenz von einer Kommission, die aus Dr. Borodianski, Elieser Smoly, Dr. Szuster, Dr. Kaleko und Josef Jacobsohn bestand, geprüft und angenommen worden. Es ist auch von allen maßgebenden Instanzen auch in Erez Israel begrüßt worden. Dieses Minimalprogramm kennt aber auch keine Feindschaft gegen die Grammatik. Das wäre auch geradezu lächerlich. Aber es beschränkt sich bewußt auf das Notwendige, soweit es in dieser kurzen Zeit erlernt werden kann. Was das Notwendigste ist, darüber kann man natürlich auch verschiedener Meinung sein. Es kann auch niemandem verwehrt werden, seine abweichende Meinung zu sagen. Aber jede Kritik hat ihre Grenzen, und ich bin der Ansicht, daß Bbr. Goldmann mit seinem Aufsatze diese Grenzen weit, weit überschritten hat. Bbr. Goldmann schreibt: „Für uns bewußte Zionisten heißt Hebräisch - lernen arbeiten." Ich hoffe, daß er uns und die Zionistische Organisation und die hebräischen Lehrer und die Mitarbeiter bei der Werbung für Hebräisch nicht ausschließen wollte aus dem Begriffe „bewußte Zionisten". Jedenfalls kann er versichert sein, daß wir den Schwierigkeiten nicht ausweichen, und daß sogar sehr ernst gearbeitet wird. Allerdings gilt unfruchtbare Kritik bei uns gar nichts. Wem der gegenwärtige Zustand nicht gefällt, der möge kommen und mithelfen, daß er besser werde! Und wieder ... Hebräisch Von Bbr. HansJ. Salomon-Haifa. Mit seinem Aufsatz im „Jüdischen Willen" hat mit Moses Goldmann ein Fachmann und Kenner ersten Ranges das Wort genommen zur Frage des Hebräischen, und es ist sicher am Platze, einige prtn- 104