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Der jüdische Wille · 1936-05-01 · Heft 4-5 (Mai 1936) · page 12

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 4-5 (Mai 1936)
Date
1936-05-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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daß das Kartell die Verantwortung, die es auf uns gelegt hat, mitträgt; wir haben dabei das Bewußtsein, daß dadurch, durch unsere Arbeit etwas geschaffen werden kann, was im Sinne bester K.J.V.-Tradition einen zionistischen Wert bedeutet, der uns alle bereichern wird, daß dadurch die Freude erwachsen wird, mitzuwirken, mitzuerleben, wieder gegenseitig Bundesb r ü d e r zu werden. „Hebräisdi?... < Hebräisch!" Von Bbr. Adolf Locker. Der Aufsatz von Bbr, Moses Goldmann in der vorigen Nummer des „Jüdischen Willen" hat ein zweifellos außerordentlich wichtiges Thema ange« schnitten. Das beweist vor allem die große Zahl von Briefen und Beiträgen, die dem Präsidium und der Redaktion zugegangen sind und von denen wir einige nachstehend veröffentlichen. Die Diskussion sei damit freilich noch nicht abge* schlössen; wir werden sie in der nächsten Nummer fortsetzen und insbesondere auch eine abschließende Äußerung von Bbr. Goldmann veröffentlichen. Da der Artikel von Bbr. Goldmann in der vorigen Nummer eine unverkennbare Schärfe enthielt, veröffentlichen wir auch in unveränderter Form den gleichfalls stark polemisch gehaltenen Beitrag von Bbr. Locker, — auch hier wiederum, ohne selbst zu dieser Frage, die nur von Sachkennern zweckmäßigerweise behandelt werden soll, Stellung zu nehmen. Die Redaktion Unter dieser Ueberschrift veröffentlichte Bbr. Goldmann im Heft 3 des „J. W." einen Aufsatz, der eine so scharfe Kritik der hebräischen Arbeit der Zionistischen Organisation enthält, daß sich der Laie fragen muß, wieso Bbr. Goldmann, der Fachmann und Kenner der hebr. Arbeit und der gute Zionist, eigentlich volle drei Jahre gewartet hat, ehe er seine Stimme erschallen ließ. — Wer aber die Verhältnisse innerhalb der Zionistischen Organisation und ihre Arbeit für das Hebräische und seine Verbreitung kennt, fragt sich, woher wohl Bbr. Goldmann seine Informationen haben mag und welchen Zweck iseine verspätete Flucht in die Oeffentlichkeit haben soll? Wäre Bbr. Goldmann irgendwer, dann könnte man über die Sache zur Tagesordnung übergehen, so aber muß zu seinem Aufsatz Stellung genommen werden, auch wenn man der Ansicht ist, daß der gegenwärtige Augenblick nicht der geeignete für solche Auseinandersetzungen ist. Denn seine Ausführungen sind leider geeignet, bei einem großen Kreise von Zionisten ein ganz falsches Bild von der hebräischen Arbeit der Zionistischen Organisation hervorzurufen. Bbr. Goldmann schimpft auf die Zionistische Organisation, auf die Lehrer, auf das Hebräische, das diese lehren, und schließlich auf die Lehrmethoden. Zunächst: die Organisation. Wahr ist es, daß die Z.-O. im Sommer 1933 einem Ansturm der Lernbegierigen gegenüberstand. Unrichtig aber ist es, daß sie ihm ratlos gegenüberstand oder gar, wie Bbr. Goldmann sich ausdrückt: „mit einer bewunderungswürdigen, von keiner Sachkenntnis getrübten Ahnungslosigkeit, die jedem . . . Antizionisten Ehre gemacht hätte". Richtig ist, daß bereits im März 1933 die erste Beratung über die Gründung hebräischer Kurse stattfand, an der sich namhafte hebräische Lehrer beteiligten, und daß schon im Mai die ersten Kurse eröffnet wurden. — Die Z.-O. und insbesondere die B. Z. V. haben sich aber nicht damit begnügt, hunderte von hebräischen Kursen ins Leben zu rufen, sondern sie haben auch ununterbrochen für die hebräische Sprache geworben. — Der große Andrang zum Hebräischlernen ließ nämlich ziemlich schnell nach, nachdem den Leuten klar wurde, daß Hebräisch nicht in wenigen Stunden gelernt werden kann, und es wurde not- 102

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