Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 4-5 (Mai 1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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werden, daß im Kartell ein einheitlicher Wille und eine einheitliche zionistisch« Haltung unbeschadet der Parteizugehörigkeit des einzelnen entstehen wird. Wir hoffen weiter, durch diese Tagungen Brücken auch zu anderen Kreisen des Jischuws schlagen zu können und so den Versuch zu machen, die Isolierung, in der wir uns noch befinden, zu durchbrechen« Vielleicht kann hier auch eine Tribüne geschaffen werden, die über unseren Kreis hinaus wirken kann und vielleicht einmal bei wichtigen Fragen ihre Ansicht in der allgemeinen Oeffentlichkeit vernehmen läßt. Die Erweiterung des K. J. V., die Aufnahme neuer Menschen und Kräfte ist eine wichtige Forderung. Es gibt eine große Anzahl alter Freunde, die eigentlich zu uns gehören, die zu uns kommen werden, wenn sie sehen werden, daß bei uns etwas geleistet wird. Sie kennen uns, wir kennen sie; es ist mitunter nur ein Zufall, daß sie nicht bei uns sind. Es gibt aber darüber hinaus eine große Zahl von Menschen aus verschiedenen Lagern, die heute ihren Platz innerhalb einer Gemeinschaft suchen. Die frühere Unterscheidung zwischen Zionist und Nichtzionist ist jetzt bei Menschen, die sich hier eingelebt haben und ihren Pflichten nachkommen, nicht mehr am Platz». Die Unterschiede haben aufgehört. Wir müssen zu einer gemeinsamen Arbeit kommen. Es erscheint nun nicht zweckmäßig und wird auch gar nicht gewünscht, all diese Menschen in unser Kartell, das nun einmal durch seine Tradition ein gewisses festes Gefüge hat, aufzunehmen. Das Präsidium plant aber, durch Schaffen eines ganz Neuen in größerem Rahmen eine Sammlung dieser Menschen herbeizuführen und in gemeinsamer Arbeit dann etwas aufzubauen, das, wie wir hoffen, auch bald die Grenzen der deutschen Alijah sprengen wird. Diese Arbeit wird eine wichtige Mitarbeit an der Erziehungsarbeit der H. O. G. sein, die ihrer Natur nach mehr extensiv arbeiten muß. Wir glauben, daß es möglich sein wird, dadurch Kräfte auch für die Arbeit der H. O. G. freizumachen. Derartige Kreise können auch in den Kolonien entstehen, wenn unsere Bundesbrüder die Initiative ergreifen. Noch zu einer Sache soll hier Stellung genommen werden: Gegenseitige bundesbrüderliche Hilfe. Den übertriebenen Vorstellungen, die außenstehende Kreise vielfach über diese gegenseitige Hilfe im K. J. V. haben, wird in der Wirklichkeit auch nicht zu einem annähernden Teil entsprochen. Es wird viel bei uns über Bundesbrüderlichkeit gesprochen, zu viel, und zu wenig getan. Wir werden durch einen Ausbau eines Arbeitsvermittlungsressorts versuchen, auch auf diesem Gebiet etwas zu unternehmen. Noch mehr als bei allen anderen Dingen wird es hier auf die Mitarbeit und Mithilfe jedes Einzelnen ankommen. Es wird auch nicht ohne größere materielle Opfer gehen. Wenn jemand von uns, den wir Bundesbruder nennen, in Not ist, werden wir einer für den anderen einstehen müssen. Wir werden daran gehen, dafür einen Fonds zu schaffen, und wir werden sehen, wem Bundesbrüderlichkeit wirklich ernst ist. III. Das Präsidium hat dem Kartell keinen Aufruf mit neuen und alten Appellen vorgelegt. Es sollte in diesen Zeilen einiges Prinzipielles und noch mehr Tatsächliches für die Arbeit dieses Jahres gesagt werden. Wir glauben, daß die Hauptsache wirkliche, ernsthafte Arbeit ist. Wir sind willens, diese Arbeit durchzuführen. Wir fordern dazu die Mitarbeit des Kartells und jedes K. J. V.ers. Wir werden uns durch Redensarten von unseren Forderungen nicht abspeisen lassen, sondern unseren Weg gehen, weil wir der Ueberzeugung sind, daß der Weg der zionistischen Arbeit der richtige ist, sowohl für unsere Gemeinschaft als auch für den einzelnen. Wir verlangen, 101