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Der jüdische Wille · 1936-05-01 · Heft 4-5 (Mai 1936) · page 10

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 4-5 (Mai 1936)
Date
1936-05-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Organisation ist das Grundprinzip unserer politischen Neutralität» Wir begrüßen es und freuen uns, wenn frühere Bundesbrüder, die s. Zt. in falsch verstandenem Solidaritätsgefühl uns verlassen zu müssen glaubten, bald zurückkommen werden. Die Weida hat dem Präsidium weitgehende Vollmacht gegeben, sie sofort wieder auf zunehmen. Ob und inwieweit dies der Fall sein wird, wird die Zukunft zeigen. Wir können nur hoffen, daß diese Freunde, die den Wunsch haben, zu uns zurückzukommen, nunmehr auch bald den Weg dafür finden werden, IL Das Präsidium hat sofort nach der Tagung seine Arbeit aufgenommen. Es sah es als seine erste Hauptaufgabe an, das etwas gelockerte organisatorische Gefüge wieder herzustellen. Durch Teilnahme an den Konventen der einzelnen Ortsgruppen sollte die Arbeit an den verschiedenen Orten neu begonnen werden. Es zeigte sich bald, daß eigentlich überall das Interesse neu erwacht war, und daß die Anregungen, die gegeben wurden, bald befolgt wurden. Die Gruppen in Tel-Aviv, Haifa, Schomron und Jehuda arbeiten. Etwas kompliziert liegen anscheinend die Verhältnisse in Jerusalem, wo wohl noch einiges zu geschehen hat, bis ein größerer Teil der dortigen Bundesbrüder sich an der Arbeit beteiligen wird. Eine Gruppe Scharon soll gegründet werden. — Zum Aufbau des organisatorischen Gefüges, ohne das eine ersprießliche Arbeit auf keinem Gebiet möglich sein wird, gehört es auch, daß die Zentrale mehr als bisher über jeden Bundesbruder unterrichtet ist. Wir haben daher einen genauen Fragebogen ausgearbeitet, der sich auf jedes Gebiet unserer Tätigkeit erstreckt und erwarten, daß die Bundesbrüder darin nicht irgendeine bürokratische Maßnahme, sondern eine notwendige Voraussetzung für unsere Arbeit sehen und uns in unseren Bemühungen darin unterstützen. Von den sachlichen Aufgaben, über die einiges Prinzipielles schon gesagt wurde, noch folgende Bemerkungen. In allen Ortsgruppen werden hebräische Kreise entstehen müssen, die die Träger unserer hebräischen Arbeit sein werden. Es wäre das Ziel, daß diese Kreise schließlich hebräische Verbindungen werden, neue entstehen und in kurzer Zeit wirklich die Hebraisierung Tatsache wird. Abgesehen von einzelnen Arbeitsgruppen müssen ständig und regelmäßig hebräische Vorträge und Diskussionen stattfinden, an denen sich ein großer Teil der Bundesbrüder beteiligen soll. Neben sachlicher Tat Sachenübermittlung sollen diese Abende auch den Zweck haben, den Bundesbrüdern Gelegenheit zu einer hebräischen Diskussion zu geben. Hier wird die Verantwortung für das Gelingen dieser Arbeit von den Bundesbrüdern getragen werden müssen, die schon lange hier sind und die Sprache beherrschen. Leider glauben diese vielfach, nicht zu diesen Abenden kommen zu brauchen. Als ein wichtiges Instrument einer gemeinsamen Meinungsbildung sieht das Präsidium die regelmäßigen Pegischoth arzioth an, die es veranstalten wird und deren erste mit dem Thema: „Avodah ivrith meurgeneth" bei Drucklegung dieser Zeilen schon stattgefunden hat. Der Zweck dieser Tagungen >so\\ sein, wichtige und strittige Fragen von Grund auf zu behandeln, sich nicht durch irgendwelche Dogmen und Doktrinen, allgemein herrschende, z. T, allgemein beherrschende Meinungen beeinflussen zu lassen, sondern zu einer wirklichen Klärung zu kommen, eine Meinungsbildung herbeizuführen, ohne Beschlüsse zu fassen und über Anträge abzustimmen. Wir hoffen, daß diese Tagungen durch den Ernst, mit dem die Ansichten vorgetragen werden, durch das gegenseitige Bemühen zu einer Klärung zu kommen, dazu beitragen 100

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