Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 3 (März 1936)
- Date
- 1936-03-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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samten wirtschaftlichen Entwickelung des Landes sind« Wenn für eine nur zu begrüßende 4. Auflage einige Wünsche geäußert werden dürfen, so die nach (wenn auch schätz ngsweiser) Angabe von Auswanderun^sziffern, die seit dem Jahre 1931 fehlen, ferner die Zahlen über die nichtjüdischen Arbeitskräfte, die in den letzten Jahren ins Land gekommen sind. In der Betrachtung der industriellen Entwicklung sollte die durch das Mandat verursachte Ungeschütztheit der Handelspolitik mit den Gefahren des Dumpings u. s, f. (Japan!) stärker Erwähnung finden; die Schutzzollvorschriften vom 22. Januar 36, die „als im öffentlichen Interesse unumgänglich notwendig" inzwischen erlassen sind, dürften dazu ausreichenden Anlaß geben. In der Darstellung der öffentlichen Finanzen könnte das Für und Wider der Thesaurierungspolitik der Verwaltung vom Standpunkt der Wirtschaft Palästinas erörtert werden. Einige Zahlen über die Budgets der drei großen Städte wären lehrreich. Die auf privatwirtschaftlicher Grundlage arbeitenden Siedlungsunternehmen sollten, neben der ausführlichen Darstellung der nationalen Institutionen, etwas eingehender erwähnt werden. Eine versuchsweise Uebersicht über die jährlichen Einnahmen und Ausgaben eines privaten jüdischen Landwirtschaftsbetriebes (wie sie Seite 119 für die Fellachenwirtschaft gegeben wird) würde die kurzzeiligen Angaben (Anlage Seite 306) über die Siedlungskosten nützlich ergänzen. Schließlich wäre in dem Kapitel über „Touristenverkehr und Kurorte" eine Angabe erwünscht, welche Beträge etwa diesem Zweig der palästinensischen Volkswirtschaft durch Erholungsreisen außerhalb des Landes bisher verloren gehen. — Lauter kleine Wünsche, deren Erfüllung den Umfang des Buches kaum erhöhen würde; keinesfalls möchte man von dem jetzigen Inhalt des Buches etwas vermissen, das alten und neuen Freunden des Landes nur empfohlen werden kann. Kurt Tuchler. Sa'adja af-Fajjumijs arabische Obersetzung und Erklärung der Psalmen. 90—106. InauguraUDissertation vorgelegt von Ernst Bisen aus München. Das jüdisch-arabische Zusammenleben hat schon verhältnismäßig früh zu einer jüdisch-arabischen Kultur geführt, die bekanntlich ihre Blüte in Spanien erreichte. Lebhafter Gedankenaustausch, gemeinsame Beeinflussung und Befruchtung waren die Folge und das Resultat nicht zuletzt die Vermittlung und Rettung der griechischen Philosophie für das Abendland. Schon in verhältnismäßig früher Zeit mußten die Juden sich mit muslimischen Gedankengängen auseinandersetzen, ebenso wie die Muslime nicht umhin konnten, es mit dem jüdischen und christlichen Gedankengut zu tun. Mit dem Eindringen der arabischen Sprache in die jüdische Gemeinschaft stellte sich ebenso wie in der hellenistischen Epoche die Notwendigkeit heraus, die Heiligen Bücher der Bibel ins Arabische zu übersetzen, um sie der Masse verständlich zu machen« Es blieb dabei nicht bei einfacher Uebersetzung, vielmehr mußte hier eine Interpretation und für die Außenwelt sogar eine Apologie geliefert werden. Dem hatten bereits die Halacha, Aggadah, die aramäischen Targume und die Septuaginta vorgearbeitet, so daß der Gaon Saadia bei seiner Bibelübersetzung ins Arabische diesen Stoff verwerten und sich mit ihm wie auch mit den islamischen Ansichten auseinandersetzen mußte. Er stand aber auch vor neuen Problemen. Bei einer Uebersetzung aus einer verwandten Sprache, wie aus dem Hebräischen ins Arabische, ist es unvermeidlich, daß gleichlautende oder ähnlichklingende Ausdrücke, die 83