Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 3 (März 1936)
- Date
- 1936-03-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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in der Sprachentwicklung begriffsmäßig voneinander geschieden worden sind, jetzt füreinander eintreten und so der Uebersetzung und sogar der Interpretation ein anderes Gesicht geben« Diese Anregung, die lautlich oder begrifflich aus der anderen Sprache kam, griff Saadia auf und bereicherte somit auch die arabische Sprache um einige Nuancen. Sein Beispiel hat Schule gemacht und war richtunggebend für die späteren jüdisch-arabischen Schriftsteller. Die Juden, die an die klassische Sprache des Koran nicht so gebunden waren, wie die Muslime, hatten freieres Spielfeld in stilistischen Dingen und konnten auf diese Weise die arabische Sprache um viele Bedeutungsverschiebungen bereichern« Daß ein großer Anreiz zur Sprachvergleichung, z. B. bei der Wiedergabe hebräischer Wörter mit lautverwandten arabischen bestanden hat, ist eine Selbstverständlichkeit, und ist bereits vielfach ein beliebtes Objekt für gelehrte Arbeiten in der Neuzeit gewesen. Andrerseits wirkte das Bestreben, die Bibel durch die Uebersetzung auch den Mohammedanern verständlich zu machen, sehr .anregend. Auch mußte die Exegese berücksichtigt werden. Saadia war für seine Nachfolger auf diesen Gebieten richtunggebend, ob- * Afijah (Herausgegeben vom Palästina-Amt, Vorweg sei bemerkt, daß diese erweiterte Ausgabe geradezu als Kompendium der Palästinakunde dienen kann, da sie auf allen Gebieten umfassend und gründlich orientiert. In einer sehr sorgfältigen Ausführlichkeit enthält sie nicht nur alles Wissenswerte zur Vorbereitung der Auswanderung in ihren technischen Einzelheiten, sondern sie vermittelt auch dem Leser die notwendigen zionistischen Momente, die Voraussetzung für seine Uebersiedlung sein sollen. Selbstverständlich ist die „Alijah" keine zionistische Broschüre in der wohl manche von ihnen seine Ansichten nicht restlos akzeptierten. Es ist deshalb eine sehr dankbare Aufgabe, der Bbr. Ernst Eisen sich mit seiner Dissertation unterzogen hat« Mit einer bewundernswerten Akribie hat er fast sämtliche vorhandenen Manuskripte zusammengetragen und verglichen. Da der arabische Text in hebräischen Lettern wiedergegeben ist, wird das Eindringen in die Materie auch dem Nichtarabisten stark erleichtert. Gut gemacht ist auch die deutsche Uebersetzung und die dieser Uebersetzung folgenden Anmerkungen. Ein der Arbeit beigelegtes alphabetisches Wortregister ist sehr zu begrüßen. Ebenso reichhaltig ist die Liste der benutzten Literatur. Bbr. Eisen hat eine gute Arbeit geleistet. Im Hinblick darauf, daß wir auch in der Jetztzeit vor einer gewissen Form des arabisch-jüdischen Zusammenlebens stehen, und bei der Wiederbelebung der hebräischen Sprache eine Auseinandersetzung mit dem Arabischen in lexikalischer, bedeutungsbildender und nicht zuletzt stilistischer Hinsicht bevorsteht, sind solche Arbeiten sehr zu begrüßen, zumal wenn sie, wie die vorliegende, mit aller nötigen Sorgfalt und guter Vorbildung gemacht werden. Moses Goldmann. * Berlin, 8. Auflage.) engeren Bedeutung des Wortes. Sie kann nur die Aufgabe haben, zu dieser Frage einige grundlegende Artikel zu bringen: Diese zusammen mit einer Darstellung der Organisation und den zionistischen Instanzen sowie den übrigen Trägern der zionistischen Arbeit vermitteln den neu Hinzutretenden einen Begriff von Umfang und Größe der zionistischen Bewegung. In der ihr gemäßen Art, praktische Palästinaverknüpfung zu ermöglichen, wobei nicht nur alle Angaben gemacht werden, die eine Einwanderung voraussetzen, sondern auch ausführlich 84