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Der jüdische Wille · 1936-03-01 · Heft 3 (März 1936) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 3 (März 1936)
Date
1936-03-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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beachtlicher Epen alttestamentarischen Inhaltes gedichtet, und sein feuriges, von mächtiger Begeisterung erfüllte» Makkabäer-Epos wäre durchaus geeignet« ■ - unter Fortlassung der nachträglich angehängten Schlußworte als Schocken* bändchen neu aufgelegt zu werden« — Bei dieser Gelegenheit eine weitere Empfehlung: Ludwig Philipp s ans gänzlich zu Unrecht verschollene „Jüdische Mär lein"! Auch sie wären eines besonderen Bändchens im Schocken* Verlage wert. Und auch von ihnen sollte Bin Gorion in den nächsten Auflagen des Siebenfachen Lichtes eine Prosaprobe geben« — Dagegen stammt das von B. G. gebrachte Gedicht „Bekenntnis" — übrigens textlich nicht ganz richtig wiedergegeben — nicht von Philippson, sondern von Ludwig Wihl, dem Verfasser der „Westöstlichen Schwalben"» Dieser unglückliche Dichter« Schriftsteller, Redakteur, Lehrer usw., der nirgends Ruhe finden konnte« Freund von Gutzkow und Hebbel, von Heine in wenig anständiger Form als „herumkriechende Wanze" verhöhnt, sollte in der zionistischen Literatur nicht völlig vergessen werden* Und das nicht nur wegen einiger von echter Empfin* dung getragener Palästinagedichte, sondern vor allem wegen der dichterisch gewiß nicht starken, aber seltsam ans Herz rührenden, Herzls Gestalt ersehnenden und vorausahnenden (1847!) Verse, die bereits Moses Hess im elften Brief von „Rom und Jerusalem" zitiert, freilich unvollständig und ohne den Namen des Dichters, den er als bekannt voraussetzt, zu nennen: „Wo bleibt der Held, wo bleibt der Weise, Der Dich von neuem, Volk, belebt? Der Dich, ein Heiland, ins Geleise Der Weltgeschichte wieder hebt? Hat Dich mit einem Leichentuche Gehüllt die Hand des Lebens ein? Sollst Du auf ewig aus dem Buche Der Zeiten ausgestrichen sein? O käm' er nur; ich wollt* ihn grüßen Wo er nur geht, wo er nur steht. Ich streute Palmen ihm zu Füßen. Wo bleibst Du Held, Du mein Prophet!" Und so stehe denn zum Dank hier einmal mit richtigem Texte, richtiger Ueberschrift und richtigem Verfassernamen sein — Ludwig Wihls — unvergängliche* Glaubensbekenntnis Wir stammen ab von einem Baum Mit weitverzweigten Aesten, Des Wurzeln tief im Morgenland Des Zweige weit im Westen. Wir nennen ünsern Herrn und Gott Den Höchsten und den Besten, Den einst mit uns verehren wird Der Osten und der Westen. n

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