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Der jüdische Wille · 1936-03-01 · Heft 3 (März 1936) · page 13

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 3 (März 1936)
Date
1936-03-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Natürlich müssen wir nicht ein Hebräisch verlangen, das eine Uebersetzung aus dem Jiddischen oder aus dem Deutschen darstellt, vielmehr ein hebräisches Hebräisch! Ein richtiges Hebräisch! — Und hier hat unsere Arbeit einzusetzen! Für uns, denen das Hebräische kein Mittel zum Zweck ist, denen es mehr ist, als ein Verständigungsmittel zur Erreichung gewisser Vorteile, muß in den Vordergrund des hebräischen Unterrichts die^ Grammatik und StitojLik treten» Lieber etwas weniger Vokabeln, aber richtig angewendet. Lieber ein kleinerer Wortschatz, aber ein besserer Stil und richtiger Gebrauch. Eine neue Vokabel werde ich immer noch zulernen können. Neue Vokabeln lernt der Mensch sogar in seiner Muttersprache zu, solange er lebt, solange sich auch seine Muttersprache entwickelt. Hat man aber dem Lernenden falsche Grammatik, schlechten Stil beigebracht, ja, wenn ihm noch obendrein unausgesetzt eingeimpft wird, daß all dieses Nebensächlichkeiten sind, so wird er sein Leben lang daran kranken. Für uns bewußte Zionisten heißt Hebräischlernen arbeiten. Schwierigkeiten übergeht man nicht, indem man an ihnen achtlos vorübergeht. Das wäre Vogelstraußpolitik. Die Schwierigkeiten bleiben bestehen, auch wenn wir sie negieren. Wir werden dann von ihnen unterdrückt. Schwierigkeiten müssen genommen werden, und wenn es einige Mühe und Arbeit erfordert. Wir müssen die Kraft aufbringen, dieser Schwierigkeiten Herr zu werden. Dazu gehört intensive Arbeit und Idealismus. Dessen muß sich der Lernende bewußt sein. Und last not least auch der Lehrer. Das siebenfache Licht Von Bbr. Conrad Kaiser, An Anthologien jüdischer Stoffe in deutscher Sprache war seit den Tagen Mendelssohns zu keiner Zeit Mangel. Da gab es, um nur einige zu nennen, außer mannigfachen Haus- und Schulsammelwerken, insbesondere der Frühzeit, L. A. Frankls „Libanon", die „Myrthen" der Brandeisschen jüdischen Universalbibliothek, Hirschfelds „Saron", die große, leider ziemlich nachlässig gedruckte Sammlung von Julius Moses, Feiwels jungjüdische Sammlung „Junge Harfen" und noch in der Kriegszeit das treffliche Haus- und Schullesebuch des frühverstorbenen Leo Deutschländer. — Man fühlt sich versucht zu fragen: War es notwendig und gut, daß in dieser Stunde, während gerade auf kulturellem Gebiete der Trennstrich endgültig gezogen wird, eine neue Anthologie erscheint? Und mit diesem Herausgeber? Und in diesem Verlage? Nimmt man aber das neue Werk zur Hand, so sind alle Einwände restlos besiegt, und man kann die sich jedem aufdrängenden Fragen nur freudig bejahen. Ja, hier strahlt wirklich ein siebenfaches Licht, und der Sohn des Mannes, der uns den „Born Judas" und die „Sagen der Juden" geschenkt hat, Micha Joseph Berdyczewskis, hat sich auf dem Gebiete deutschsprachlicher Sammlung jüdischer Stoffe auch diesmal seines großen Vaters würdig gezeigt. Liebe Freunde, die Ihr noch in Deutschland seid oder schon in Palästina, die Ihr in Amerika, Südafrika, China, Australien oder wosonstimmer in neuer Sprache um eine neue Existenz ringt, wollt Ihr Euch und Euren Kindern in ruhiger Stunde eine große, reine Freude bereiten, so laßt Euch dieses Lesebuch (Das siebenfache Licht. Gestalten und Stoffe des Judentums in der 75

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