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Der jüdische Wille · 1936-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1936) · page 38

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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brüder in den leitenden Instanzen «lad geradezu beglückt, wenn sie durch vertrauensvolle Hinweise von außenstehenden Bundesbrüdern die Möglichkeit erhalten, sich über diese Dinge auszusprechen« Die Beschwerden beziehen sich auf das Ueberwuchern des Beamtentums und die Schwierigkeit der Mitarbeit in den zionistischen Instanzen. Was das Beamtentum anbetrifft, so möchte ich Euch sagen, was für ein ungeheures Maß schwerster verantwortungsvollster Arbeit von diesen Beamten geleistet wird. Es sollte sich jeder bewußt sein, welcher Art der Organismus ist, von dem hier gesprochen wird. Die Tatsache, daß die beamteten Funktionäre der zionistischen Körperschaften in den leitenden Gremien sitzen, wird, wie ich glaube, in zwei Richtungen überschätzt. Zunächst sollte man hier den Begriff „Beamter" nicht so wichtig nehmen. Seitdem unsere Bewegung in das Stadium der Verwirklichung getreten ist, ist für jeden Zionisten die Frage wirtschaftlicher Beziehungen zum Palästina-Aufbau und damit auch zur Organisation eine ganz andere geworden als früher. Es ist klar, daß zwischen dem Mann, der Sekretär einer zionistischen Organisation ist, und dem Mann, der etwa in Palästina wirtschaftliche Projekte in irgendwelchem Anschluß an die zionistische Organisation verfolgt, die Trennungslinie nicht ganz scharf sich ziehen läßt. Sehr häufig wird umgekehrt derjenige, der ganz unabhängig von allen wirtschaftlichen Zusammenhängen mit Palästina ist, nicht geeignet sein, sich ein Urteil über Fragen des Palästina-Aufbaus zu bilden. Und wenn den leitenden Gremien Beamte angehören, so ist es selbstverständlich so, daß immer die Arbeit des Beamten kontrolliert wird durch die Arbeit derer, die an seiner Arbeit nicht beteiligt sind. Es trifft also in keiner Form zu, daß die Beamten sich selbst kontrollieren. Stellt man sich dies vor, dann verliert die Frage des Beamtentums viel von der Schärfe, die sie in den Debatten hatte. Wie ist es nun möglich, die Mitarbeit der KJVer zu verstärken? Das KJV ist wichtig, wenn es ein Reservoir für zionistische Arbeit ist. Es ist noch heute ein sehr wichtiges Reservoir, und es kann eines Tages das wichtigte Reservoir sein. Aber in der Vergangenheit hat dieses Reservoir oft versagt. Wir werden z. B. in der nächsten Zeit genötigt sein, zwei wichtige Positionen in der Berliner jüdischen Gemeinde zu besetzen: ein Vorstandsmitglied zu bestimmen für die Schulangelegenheiten und einen Beamten für das Schulreferat der Gemeinde. Wir haben im KJVer-Reservoir mit Verzweiflung in den letzten Tagen gewühlt, um Persönlichkeiten zur Repräsentation zu finden. Wir haben uns in der Frage des Schuldezernates sofort an einen besonders qualifizierten Bundesbruder gewandt, sind aber zu keinem Ergebnis gekommen. Und wir haben trotz unseres Suchens niemanden finden können. Ich würde mich freuen, wenn auf diesem Gebiete Vorschläge gemacht werden könnten. Es ist klar, daß man eine enge Verknüpfung zwischen zwei Arbeitskreisen durch organisatorische Maßnahmen treffen muß. Hier war die Rede von organisatorischen Maßnahmen, die man für das KJV treffen muß. Ich möchte sagen, daß die ZVfD bereit ist, auch von sich aus jede ergänzende Maßnahme zu treffen» Ich habe die Hoffnung, daß dem Geschäftsführenden Ausschuß der ZVfD unsere Bbr.Bbr. Tuchler und Egon Rosenberg angehören werden. Ich glaube, daß sie qualifiziert sind, die Verbindung zwischen KJV und Zionistischer Organisation zu verwirklichen, und werde mich dafür einsetzen, daß ihnen von der ZVfD ein Dezernat dieser Art übertragen wird. Und wenn diese Bemühungen, wie ich bestimmt hoffen möchte, zu dem Erfolg führen werden, daß die Zahl der aktiv mitarbeitenden KJVer sich vergrößert, dann wird das eine gute Wirkung dieses Kartelltages sein. * ♦ * 38

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