Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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Fifty-System bisher nicht durchgeführt wurde. Damit wäre übrigens lediglich der vom Zionismus mit Recht erhobene Anspruch befriedigt; um aus der Reichsvertretung eine wirkliche und autoritative Vertretung der Juden in Deutschland zu machen, muß man dem heute noch als Komite in der Luft schwebenden Gebilde endlich einen Unterbau geben, der nur in der gesammelten moralischen und finanziellen Kraft der Gemeinden bestehen kann« Schließlich möchte ich noch eine Frage berühren, die das Kartell nicht unmittelbar, sondern nur insoweit angeht, als sich Bundesbrüder von uns führend an einer Aktion beteiligt haben: ich meine das landmannschaftlich organisierte Vorgehen der Hitachduth Ole Germania bei den Stadtratswahlen in Tel- Aviv. Eine Liste der deutschen Einwanderer aufzustellen, ist gefährlich für die Einheit des Jischuw, ist ein Rückfall in präzionistische Zustände Palästinas, als noch der landsmannschaftlich organisierte „Kolel" mit den anderen Kolelim kämpfte. Für das Programm, das die Gruppe der deutschen Einwanderer aufgstellt hat, konnte man auch im Rahmen der bestehenden politischen Parteien kämpfen. Eure Zustimmung beweist, daß auch Ihr den Wunsch habt, unsere Bundesbrüder in Palästina wissen zu lassen, für wie gefährlich wir alle diese Abspaltung halten, während doch alles geschehen müßte, was der Geschlossenheit und dem inneren Ausgleich innerhalb des Jischuw dienen kann. Wir wollen in Palästina ein Volk sein und nicht eine Summe von Einzelnen oder Gruppen, die sich nach den Herkunftsländern abgrenzen. Maurice Hirschfelds Der Antrag des Rosenkranzbundes ist von Meyer mißverstanden worden« Es ist oft zu prüfen, ob ein Antragsteller ein zuverlässiger Zionist ist. Wenn diese Frage bei einem Bundesbruder entsteht und der Bundesbruder dann vom Präsidium der KJV diese Qualifikation erhält, so muß das insoweit für die Instanzen der Organisation hinreichend sein; jede andere Stellungnahme wäre eine Mißachtung des KJV, das sich das Recht erworben haben muß, zu beurteilen, ob ein Bundesbruder ein zuverlässiger Zionist ist. Alle sonstigen Voraussetzungen, die auch noch in Betracht gezogen werden müssen, sollen natürlich den zur Entscheidung berufenen Instanzen vorbehalten bleiben. Die Auseinandersetzung mit Jacobsohn fällt denjenigen schwer, die sehen, wie er noch jetzt bundesbrüderlich sich mit dem Kartell verbunden fühlt. Bundesbrüderlichkeit hat aber unter anderem eine unerläßliche Voraussetzung, und das ist zionistische Kampfgemeinschaft. Wir, die wir immer gefordert haben, daß das KJV nicht Anhängsel einer innerzionistischen Partei ist, können nicht anerkennen, daß mit den Angehörigen der NZO nach dem Ausscheiden aus. der Weltorganisation eine solche Gemeinschaft noch besteht. Wir sollen daher eine ehrliche Entscheidung treffen. Die Annahme des Kompromißantrages des Hechawer kann von den revisionistischen Bundesbrüdern selbst nicht gewünscht werden. Denn bei gründlichster Verurteilung ihrer zionistischen Haltung durch das Kartell werden sie selbst nicht als „Geduldete" in diesem Kartell bleiben wollen. Ich bin daher gegen den Antrag Hechawer. Die hier zum Ausdruck gebrachte Kritik der zionistischen Politik in Deutschland hat nichts mit innerzionistischer Parteieinstellung zu tun. Es ist dringend nötig, eine Stelle zu besitzen, an der sich eine unabhängige öffentliche zionistische Meinung bilden kann. Ich bin noch immer der Ansicht, daß es die Aufgabe des KJV ist, diese Stellung, die es früher innehatte, wiederzugewinnen. Daneben bleibt als weitere selbstverständliche Arbeit die Sorge für die Ein** gliederung aller unserer Bundesbrüder in die zionistische Arbeit, wobei Ehrlichkeit die Feststellung verlangt, daß es in dieser Hinsicht auch manchmal an der 36