Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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gehöre, daß ich und die sonstigen Bundesbrüder, die wirklich der revisionistischen Partei angehören, nur einen winzigen Bestandteil des Kartells darstellen, und ich möchte nicht, daß uns zuliebe vielleicht Bundesbrüder die Konsequenz ziehen, mitauszutreten. Ich will, keinen Rachmonisbeschluß haben, es soll Klarheit herrschen. Eins aber möchte ich sagen, ich verstehe nicht, daß Leute wie Tuchler und Rosenberg sagen können, irgendwo müsse eine Grenze sein, und diese Grenze liege bei der Zugehörigkeit zur Zionistischen Weltorganisation, und das hätten wir ja schon 1932 beschlossen. Es hat sich seit 1932 verschiedenes gewandelt. Eins hat sich bei mir seit 35 Jahren nicht gewandelt: mein Zionismus, mein jüdisches Empfinden, und das, meine ich, müßte die Grenzziehung sein. Weshalb Bundesbrüderlichkeit eine bestimmte Aeußerung jüdischer Gesinnung ausschließen soll, dafür geht mir das Verständnis ab. Was ich vermeiden will, ist, daß bei der Abstimmung über den Antrag Kompromisse geschlossen werden* Es muß Klarheit geschaffen werden; wir dürfen nicht dieses Problem dauernd mit uns herumschleppen. Ich sehe, in der Gemeinde kommt man mit den Revisionisten aus. Ebenso wie in anderen Gremien mit dem RJF. Jetzt aber soll eine Trennungslinie errichtet werden, die ich nicht sehe. Wenn Ihr aber glaubt, diesen Trennungsstrich ziehen zu sollen, dann zieht ihn in aller Schärfe. Mehr werde ich und möchte ich nicht sagen. Hans Klees Wir wünschen alle, daß der „Jüdische Wille" regelmäßiger erscheint. Das neue Präsidium wird prüfen müssen, ob uns das finanziell möglich ist; ebenso hängt es aber von der intensiveren Mitarbeit unserer Bundesbrüder ab. Sehr viele reagieren, wenn man sie um einen Beitrag bittet, den zu schreiben der Einzelne qualifiziert ist, überhaupt nicht, und zwar die hier lebenden ebenso, wie die in Palästina. Wir müssen es besonders bedauern, daß die Fragen des palästinensischen Lebens nicht jetzt, wo wir so viele aus unerem Kreise dort haben, stärker in unserem Blatt behandelt werden. Deshalb: das KJV wird nur dasjenige Organ haben, das es sich selbst durch intensive Mitarbeit schafft. Schwierig ist die Frage des Nachwuchses. Die Voraussetzungen, unter denen wir neue Menschen aufnehmen können, sind uns wohl allen noch nicht recht klar. Es gibt aber eine Erziehungsaufgabe — wobei nicht unbedingt an Aufnahme ins Kartell gedacht zu werden braucht —, bei der ein akademischer oder jedenfalls geistig interessierter Kreis in Betracht kommt, nämlich die in der Ausbildung befindlichen Lehrer und Rabbiner. Wie wichtig diese Personen im Hinblick auf den Einfluß sind, den sie später einmal haben werden, braucht angesichts der Entwicklung, die das jüdische Schulwerk voraussichtlich nehmen wird, nicht besonders begründet zu werden. Die Arbeit wäre an den verschiedenen Anstalten in Berlin, Breslau und Würzburg zu leisten. Das neue Präsidium wird hierbei sicherlich die Unterstützung der zionistischen Rabbiner und Lehrer finden, die es jetzt bereits, vor allem in den beiden erstgenannten Orten, gibt. Ein Wort zu unserer Politik gegenüber den Nichtzionisten. Die Durchsetzung des Fifty-Fifty-Prinzips ist gewiß nicht letztes Ziel unseres Streben«« Es war aber eine wichtige Etappe, wenn wir uns darüber klar sind, daß, vor allem in geistiger Hinsicht, der Kampf damit nicht beendet ist. Im übriges müssen wir leider feststellen, daß in der Reichsvertretung, die nach ihrer eigenen Proklamation doch mit gutem Beispiel hätte vorangehen sollen, das Fifty- 35