Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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Entscheidungen zionistischer Instanzen das Urteil des KJV für den Nachweis zionistischer Qualifizierung allein maßgebend sein soll Das können wir nicht annehmenf weil wir sonst Grundsätze preisgeben würden, die wir anderen gegenüber aufrecht zu erhalten haben« Ihr dürft doch nicht immer glauben, daß nur das KJV berechtigt ist, Kritik auszuüben; auch wir selbst unterstehen einer Kritik. Wir haben in unseren Instanzen, zumal im Palästinaamt, den Grundsatz, daß keine Gruppe, die Anträge befürwortet, allein über sie entscheiden kann. Wir setzen vielmehr gerade deshalb die Palästinaamtskommission aus verschiedenen Gruppen zusammen, damit jede Gruppe darüber wachen kann, daß nicht Mißbräuche von Seiten anderer Gruppen geschaffen werden. So wie ich darüber wache, die Prärogative des Hechaluz oder des Makkabi auszuschalten, so halte ich daran fest, daß dieser Antrag des Rosenkranzbundes schief formuliert ist, und daß wir im eigenen Interesse diese Formulierung ablehnen müssen. Selbstverständlich ist das Präsidium des KJV berechtigt, Vorschläge zu machen. Aber wir werden im Prinzip daran festhalten müssen, daß es auch gegenüber dem Vorschlagsrecht eine übergeordnete Kontrolle gibt. Wenn Ihr meint, die zionistischen Instanzen sollen das Votum des KJV-Präsidiums anerkennen als die letztlich bindende Entscheidung, so ist das unmöglich. Ist der Antrag anders gemeint, so müssen ihn die Antragsteller anders formulieren. Nun wird gesagt, es bestehe eine Mißstimmung wegen der Zusammenhänge, die in der Transferfrage eine Rolle spielen. Ich möchte nur darauf hinweisen, daß die Anträge in einer Transferkommission behandelt werden, die eine Zusammenfassung möglichst aller an diesem Aufgabengebiet interessierten Menschen ist, und diese Kommission beschließt die Richtlinien, nach denen z. B. die Verhandlungen mit den Behörden geführt werden. Wenn der einzelne KJVer glaubt, daß er Grund zur Beschwerde habe, so kann er sich mit den Leuten in Verbindung setzen, die in der Kommission sind. Und da Salli Hirsch Vorsitzender dieser Kommission war, so wußte der KJVer, an wen er sich gegebenenfalls zu wenden hatte. Wir werden uns immer wieder die Frage vorlegen, wie wir unseren Informationsdienst ausbauen können. Ich glaube, daß das KJV sich in der Eingliederung in das gesamtzionistische Leben bewähren muß. Die zionistische Welt ändert sich ebenso wie das ganze jüdische Leben. Ein solcher Kartelltag gibt uns ja eine begrüßte Möglichkeit, uns mit den Aufgaben unserer Arbeit so in Kontakt zu bringen, daß wir uns über diese Materie verständigen können. Kurt Tuchler: Liebe Bundesbrüder, ich bin auf diesem Kartelltag insofern in einer schwierigen Situation, weil ich, fast allein übrig, für alle Bundesbrüder, die Ihr s. Zt. ins Präsidium geschickt habt, die Gesamtarbeit des Präsidiums zu rechtfertigen habe. Ich glaube, daß ich dies tun kann, obwohl die Gesamthaltung fast immer ein Ergebnis des Meinungstausches insbesondere zwischen Salli Hirsch und mir war, nicht einfach Ausdruck der Ueberzeugung des einen oder des andern. Unrichtig ist, daß die Zugehörigkeit zum KJV-Präsidium und die zu einem Gremium der zionistischen Organisation etwas Gegensätzliches hätte, es sei denn einfach die Ueberlastung derselben Menschen mit zuviel Arbeit. Deshalb wäre nichts begrüßenswerter, als wenn aus diesem Kartelltag Menschen hervorgehen, die manche Arbeiten neu übernehmen wollen und können. Soweit in der ZVfD Opposition gemacht wird ohne eigene Ideen und wirklichen Besserungswillen, nur nach dem Satz: „öte toi que je m'y mette", wird 32