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Der jüdische Wille · 1936-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1936) · page 27

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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schlagen bemüht; unsere Fonds, unsere Arbeiterschaft und jetzt auch die Zionistische Organisation. Das KJV sollte sich entscheiden können zwischen denen, die „Staat" schreien, und denen, die den Staat bauen. Georg Hirsch: Liebe Bundesbrüder, der Kartelltag ist von uns bewußt mit einem Referat von Benno Cohn über Zionistische Arbeit eingeleitet worden. Wir sind zwar nur noch eine Traditionsorganisation von einigen hundert Menschen, die von Sentiments und Ressentiments lebt, die sich aber Rechenschaft abgeben muß, wenn sie existieren will. Aus der Rede von Benno Cohn habt Ihr gehört, daß infolge Aenderung der Verhältnisse eine Schar neuer aktiver Mitarbeiter herangezogen worden ist. Die hier auf die Frage der Heranziehung neuer Menschen geäußerten Dinge scheinen mir deshalb nicht berechtigt zu sein. Wir hatten früher auch immer Unterschiede feststellen können, zwischen denen, die aus sich herausgehen können und ihre Kenntnisse der Außenwelt vermitteln, und denen, die rezeptiv waren, jedoch infolge ihres Orientiertseins in dauernder Fühlung mit der Bewegung waren und immer über das Aktuelle Bescheid wußten. Ich glaube, daß diese Unterscheidung auch heute noch Geltung hat. Nicht darauf kommt es an, ob die Bundesbrüder zur Arbeit praktisch mehr oder weniger herangezogen worden sind, sondern darauf, wie sie orientiert waren und wie ihre Reaktion auf gewisse politische Fragen war. Aus unserer Präsidialarbeit wissen wir, daß uns oft das Material fehlte, um geeignete Persönlichkeiten auf Befragen zu nennen. Dieser Kartelltag muß aber noch einen anderen Sinn haben, als über diese Frage zu sprechen. Es wird vielleicht der einzige und letzte Kartelltag sein, in dem Sinne, daß ein schöpferischer Auftrieb für unsere Arbeit aus ihm herausgedeutet werden kann. Es wird notwendig sein, ein Präsidium zu wählen, das noch mehr, als bisher die Aktivierung der Menschen herbeiführt. Es wird notwendig sein, die Bodedin des KJV aufzuspüren und sie einzugliedern. Es wird nötig sein, daß die KJVer das KJV zur Tribüne zionistischen Lebens machen. Es wird nötig sein, daß die Hebraisierung des KJV in anderer Weise als bisher durchgeführt wird; man könnte etwa an Weiterbildung durch Chugim und Sichoth denken. Unsere Tagungen sind weit von der Quelle wirklichen zionistischen Lebens entfernt. Wenn die heutige Unterhaltung weitergehen soll, dann sollte sie weitergehen in der Frage: Wie können wir erreichen, daß die Forderung nach Aktivierung keine akademische bleibt? Wir müssen versuchen, dem KJV noch einmal einen letzten schöpferischen Impuls zu verleihen. Leo Alexander (Berlin): Liebe Bundesbrüder, aus den bisherigen Ausführungen, insbesondere aus denen von Egon Rosenberger, Georg Hirsch, geht die Tendenz hervor, aus dem letzten noch vorhandenen Reservoir einen aktiven Kreis zu bilden für die Kreise, die noch zionistisch zu erfassen sind. Ich möchte da vorschlagen, daß diejenigen Bundesbrüder, die in einzelnen Orten — gleichgütig, ob es sich um die Vororte von Berlin oder die Provinz handelt, und soweit sie nicht schon in Ortsgruppen tätig sind — einen kleinen Kreis bilden, um die Akademiker zu erfassen, die vollkommen in ihrer Umgebung aufgegangen waren, ohne jemals positiv jüdische Arbeit geleistet zu haben. Um diesen Kern soll sich ein Kristall bilden, das hinausstrahlt in die Gemeinde. Die Gemeinde soll erfaßt werden nicht nur nach dem Fifty-Fifty-Prinzip, sondern derart, daß in die Gemeinde eine wirklich positive jüdische Arbeit in unserem Sinne hineingetragen wird. Ich stelle mir vor, daß das nicht so schwer sein dürfte. Wenn 27

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