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Der jüdische Wille · 1936-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1936) · page 19

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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in den Vorstand des Reichsverbandes mit hineinzugehen. Wir planen vier Sektionen, für Vortragswesen, Schauspiel, Musik und Kleinkunst, die die Aufgabe haben soll, jüdische Stoffe und Themen herbeizuschaffen. Alle prinzipiellen Debatten über den Kulturbund nützen nichts, wenn wir nicht neue Programme gestalten können. Wir müssen aber nicht nur die Themen bestimmen, sondern auch die zionistischen Menschen in den Kulturbund haben« Wir sind mit dem Stande der zionistischen Arbeit nie zufrieden gewesen. Das Hebräschlernen ist zu sehr eine bloße Vorbereitung für die Auswanderung geworden; die hebräischen Kurse sind leider in erheblichem Maße eine Art Berlitz-SchooL Wir haben nun ein Tarbuthdezernat errichtet, das sich bemüht, die Voraussetzungen einer hebräischen Bewegung in Deutschland zu schaffen. Wir haben hebräische Chtigin und Sichot, hebräische Abende aller Art. Wir sind aber erst am Beginn einer tiefer wirkenden Hebraisierung. Ein sehr schwieriges Problem ist die Jugendarbeit. Dr. Grünewald- Mannheim hat in Lehnitz gesagt, es wachse hier eine Generation ohne Erzieher heran. In allen unseren jüdischen Bünden finden wir eine solche Generation ohne Erzieher. Hachscharah und Alijah reduzieren in starkem Tempo den Kreis von Jugendführern. Immer jüngere Jahrgänge müssen die Führung übernehmen. Hier stehen wir vor Mauern. Unser Problem ist, wie wir neue Menschen für diese wesentliche Arbeit heranbekommen, Palästina schickt zwar öfters Schlichim; diese wenigen Menschen reichen für die Erziehung Tausender aber nicht aus. Eine ähnliche Situation haben wir im Hechaluz. Diese Organisation, die früher ans einem kleinen Kreise idealistischer Menschen bestand, ist heute eine Massenbewegung geworden, der na*ch wie vor viele aus Ueberzeugung angehören, ein größerer Teil aber aus wirtschaftlicher Not beitritt. Die Führer des Hechaluz machen die größten Anstrengungen, der Situation gerecht zu werden und den letzten Menschen innerlich zu erfassen und zionistisch zu bilden. Der Erfolg kann nicht immer gut sein, viele bleiben innerlich unerfaßt. Insbesondere intressiert das KJV das Schicksal der zionistischen Junggruppen, an deren Wiege einige jüngere Bundesbrüder gestanden haben. Sie haben sich besonders gut in Berlin entwickelt, wo sie hunderte von neuen brauchbaren Menschen herangezogen haben. Hier wird gute Arbeit geleistet. Auch im Reich gibt es einige solcher Gruppen. Ein zentrales Gebiet unserer Tätigkeit ist die Arbeit für die nationalen Fonds gewesen. Hier haben wir ausgezeichnete Erfolge gehabt. Der KKL hat mit Planmäßigkeit und Ideenreichtum das deutsche Judentum erfaßt und ist heute einer der populärsten Fonds geworden, der an eine große Peripherie herangekommen ist. Er arbeitet in den Groß- und Kleinstädten besonders eng mit den Ortsgruppen zusammen, — Auch der KH hat sehr gut abgeschnitten. Im kommenden Jahr hat er einen erheblichen Teil der Mittel für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina aufzubringen und macht gewaltige Anstrengungen hierzu, bei denen er auf die Hilfe aller Zionisten angewiesen ist. Das Maasser-Prinzip ist allerdings in den letzten Jahren stark in den Hintergrund getreten, weil die neuen Zionisten, denen eine ganze Skala von neuen Pflichten zugefallen ist, erst stufenweise diese Pflichten erklimmen können. Der nächste Delegiertentag wird den großen Gedanken des Maasser der Zionistischen Bewegung in Deutschland verkünden. Nicht darstellen kann ich hier die riesige Arbeit des Palästinaamtes/ Es hat eine große eigene Systematik und Wissenschaft entwickelt. Es befaßt sich nicht nur mit der Palästinaberatung, sondern auch mit einer Reihe von 19

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