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Der jüdische Wille · 1936-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1936) · page 11

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Palästina gegangen, Blumenthal, Willy Jacobsohn, Konrad Jacoby, zuletzt auch Salli Hirsch. Jeder von ihnen hat buchstäblich bis zum Tage vor seiner Abreise an unserer Arbeit teilgenommen. Das Kartell schuldet ihnen wärmsten Dank, insbesondere Salli Hirsch, der sich in schwieriger Zeit im Präsidium des Kartells ebenso wie an allen anderen Stellen, an denen er verantwortlich arbeitete, als vorbildlicher Zionist und rechtlich denkender Bundesbruder bewährt hat. Hans Sternberg hat seine spezielle Arbeit, die Umschichtung der jüngeren Bundesbrüder, die ihr Studium aufgegeben haben, restlos durchgeführt. Wir haben in diesem Lande keine umzuschichtenden jüngeren Bundesbrüder mehr! — So sind in der Arbeit des Präsidiums nur Georg Hirsch und ich verblieben. Wir haben das Präsidium ergänzt durch Hans Klee, der die Redaktion des jüdischen Willen übernahm, und durch Maurice Hirschfeld, dem es oblag, neue Arbeitsmöglichkeiten ausfindig zu machen und die einzelnen für bestimmte Aufgaben heranzuziehen. Wir haben in diesem Kartelljahr durch den Tod mehr Bundesbrüder verloren als in irgendeinem Nachkriegsjahre. Ihnen allen, ob sie hier, fern von der Erfüllung ihrer zionistischen Wünsche, von uns gingen, in Erez Israel oder im Auslande, ist unser treues Gedenken sicher. Wir haben aber in diesem Jahre auch, eine beachtliche Zahl von Bundesbrüdern als Lebende, mehr oder weniger freiwillig, aus unseren Reihen scheiden sehen. Denn wir haben, ohne allgemeine Appelle und Drohungen, sachlich Ernst gemacht mit der Durchsetzung unserer Anforderung und eine Reihe von Bundesbrüdern ausgeschlossen, die ein Mindestmaß zionistischer Pflichten nicht erfüllten. Dabei haben wir einige Bundesbrüder unter anderem deshalb verloren, weil sie sich, vor die Entscheidung gestellt, nicht zum Austritt aus dem RJF entschließen konnten. Darunter freilich solche, die einige Monate später doch aus dem RJF ausschieden und Wiederaufnahmegesuche bei uns stellten. — Wir sind heute in Deutschland noch ca. 690 KJVer, davon in Berlin ca. 240. Wir wissen die Anschriften von 926 KJVern außerhalb Deutschlands, darunter etwa 600 in Palästina. Es fehlt uns die Verbindung mit weiteren etwa 200 Bundesbrüdern, die sich zur Hälfte in Palästina, zur Hälfte im übrigen Auslande befinden dürften. Wenn wir also von dem KJV in Deutschland sprechen und von seiner Arbeit, so müssen wir uns immer vor Augen führen, daß wir es mit einem rapide schrumpfenden Mitgliederbestand (700 von 1800 bzw. 2000) zu tun haben und mit einem besonders starken Schwund in der Zahl der aktiveren Bundesbrüder. Wir müssen ferner berücksichtigen, daß der Restkreis nicht aus Menschen mit wirtschaftlich gesicherten Existenzen besteht, die neben einer ertragreichen beruflichen Tagesarbeit sich die freie Zeit durch zionistische Betätigung „verschönern", sondern daß auch innerhalb dieses Restkreises eine ständig wachsende Zahl sich vor ernste Existenzfragen gestellt sieht und meist nicht in der Lage ist, zionistische Arbeit in „Mußestunden" zu leisten, sondern allenfalls die zionistischen Sorgen neben allen anderen Sorgen mitzutragen. Es hat in diesem Kartelljahr wie im deutschen Judentum überhaupt auch bei den Bundesbrüdern eine starke Binnenwanderung stattgefunden. Salli Hirsch und ich haben daher zunächst einmal das Rest-KJV in Deutschland neu formiert, die Bezirksverbände neu gebildet und die einzelnen entsprechend aufgeteilt, so daß wir uns an sich wieder an jeden Bundesbruder durch Vermittlung einer Kartellorganisation wenden konnten. Von diesen Karteilorganisationen wurde sachliche Arbeit außerhalb Berlins vor allem in Breslau, Leipzig und Hessen-Nassau geleistet; aber die Mitte 1934 vernünftige Neu« Organisation war Ende 1935 durch weitere Aenderungen zum Teil schon wieder 11

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