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Der jüdische Wille · 1936-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1936) · page 4

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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das in verstärktem Maße; denn sie haben mit dieser Organisationsbildung nieht nur ein Machtinstrument zu schaffen, sondern damit überhaupt erst ihre gemeinschaftsbildnerischen Kräfte neu zu bewähren und aus der Sphäre des Illusionismus und verpflichtungsarmen Individualismus zu befreien. Eine Zusammenarbeit mit Nichtzionisten unter Absteckung bestimmter Demarkationslinien, die dem Partner seinen nicht zionistischen organisatorischen und geistigen „Besitzstand" sichert und ihm zugleich ein formelles Mitbestimmungsrecht auf unseren Gebieten gibt, ist auf die Dauer kaum geeignet, die zionistischen Reihen zu stärken. Es gibt heute viele wertvolle jüdische Menschen, die in ihrer Beurteilung der Judenfrage und in ihrer faktischen Hinwendung zum Palästinaaufbau ganz zu uns gehören, die aber der Zionistischen Organisation nicht angeschlossen sind. Statt dessen sehen wir, wie nicht nur in den Kreisen der Agudah, sondern auch in anderen an Palästina interessierten, aber außerhalb der Zionistischen Organisation stehenden Kreisen, sich bestimmte Formen herausbilden, um diesen nichtzionistischen Elementen ihren Anteil an den von unserer Organisation geschaffenen Möglichkeiten zu sichern. Auch für Palästina ist es noch eine Aufgabe, die dort lebende Judenheit „zu einem geschlossenen und bewußten Teil des Jüdischen Volkes umzuformen", dort freilich, wie wir hoffen, in einer Weise, die als Prä-Existenzform des ganzen Volkes gelten kann. Aber diese Aufgabe der Nationsbildung muß in den Galuthländern vorbereitet werden; sie kann es nur durch einheitliche Führung der jüdischen Arbeit im Zeichen des Zionismus. Das setzt voraus, daß die Zionistische Organisation zu einer wirklich umfassenden ausgestaltet wird, daß sie Raum läßt für die Entfaltung neuer Kräfte, die zu uns kommen — ohne zuviel zu fragen, in welchem jüdischen Lager der neue Freund früher stand —( daß aber auch der formelle Anschluß an die Organisation überall dort gefordert wird, wo die Sympathiker sich die Vorteile einer Zusammenarbeit zu sichern glauben, ohne zu letztem Bekenntnis bereit zu sein. Größe und Macht der Organisation erfordern, daß der, der sich ihr wirklich anschließt und die mancherlei Pflichten, die dieser Anschluß mit ßich bringt, auf sich nimmt, auch das Gefühl der Geborgenheit in dieser seiner Organisation haben kann. — Unsere Arbeitstagungen hatten sich mit einer Fülle von Einzelfragen zu befassen. Der Delegiertentag (zumal ein solcher, der nach so langer Pause erstmalig wieder zusammentritt) sollte sein Hauptaugenmerk darauf richten, daß das tragende Gerüst aller Einzelarbeit, die Organisation, intakt bleibt und weiter ausgebaut wird. Niemand kann diese Aufgabe gering schätzen, der einmal erkannt hat, wie eng sie mit jener großen Aufgabe zusammenhängt, die den Juden heute gestellt ist, wieder zur Nation sich zu bilden. . . . Protokoll des 15. Kartelltages des K.J.V./ am 30. November und 1. Dezember 1935. Der Kartelltag wurde am Abend des 30. November im Logenhaus zu Berlin eröffnet durch eine Ansprache von Bbr. Kurt Tuchler: Jedesmal, wenn wir in den letzten drei Jahren zusammenkamen, geschah es mit der zweifelnden Frage, ob es nicht die letzte Zusammenkunft des KJV 4

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