Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 7 (November 1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Buchbesprechungen Theodor Herzt »Gesammelte Zionistische Werke« 5 Bände Jüdischer Verlag, 1935. Es ist in unserer Zeit mehr als je notwendig, dafür zu sorgen, daß nicht nur die Zionisten einer vergangenen Generation, sondern auch die vielen heute zu uns strömenden Kreise ihre Kenntnis vom Zionismus und ihr Eindringen in die Problemwelt der jüdischen Renaissance aus den Quellen schöpfen. Es genügt nur für den Anfang, aus den Kompendien einen Ueberblick zu gewinnen. Dann aber ist es nötig, dort zu beginnen, wo die moderne politische Bewegung ihren Anfang genommen hat, also bei den Vorläufern Herzls und bei Theodor Herzl selbst. Wenn wir in einer der letzten Nummern mit Dank die Biographie Theodor Herzls, die uns Alex Bein geschenkt hat, als eine Bereicherung gewürdigt haben, so gebührt ganz besonderer Dank nun auch dem Jüdischen Verlag, der in der fünfbändigen neuen Ausgabe Theodor Herzls gesammelte Schriften herausgebraccht hat. Die Bände 2 bis 4 enthalten die Herzl'schen Tagebücher, der erste Band umfaßt neben den bisher schon veröffentlichten zionistischen Schriften, wie sie der Herzlfreund, Professor Kellner, ursprünglich zusammengestellt hatte einige wettere Aufsätze und Reden, die an verschiedenen Stellen zwar veröffentlicht, hier aber zum ersten Male gesammelt worden sind. Der fünfte Band schließlich bringt das Schauspiel „Das neue Ghetto", den ersten Zions-Roman Herzls, „Altneuland" und die Veröffentlichung wichtiger Teile des Herzischen Nachlasses. Gerade in diesem Nachlaß treten diejenigen Momente, die wir an dem großen Führer der jüdischen Erneuerungsbewegung immer als das Charakteristischste empfunden haben, in besonderer Plastik hervor; die opferfreudige Hingabe und Selbstverleugnung gegenüber dem begonnenen Werk, und die Klarheit und Weitsichtigkeit der politischen Zielsetzung. In bezug auf das Erstere ist dringend zu wünschen, daß! die zionistische Welt sich so völlig mit dem Geist Herzls erfülle, daß jeder Einzelne zur Nachahmung der tiefen Hingabe des Meisters komme. Herzl lesen heißt nicht nur sich geistig bereichern, sondern heißt, wenn man Zionist sein will, in gleicher Erfülltheit zu handeln. Darüber hinaus aber sind die Schriften auch in dem, was politisch augenblicklich vielleicht überholt sein mag, so lehrreich und bilden eine so wertvolle Schule für den zionistisch-politisch Arbeitenden, daß es Niemanden von uns geben dürfte, der nicht, was Herzl geschrieben hat, gelesen und darüber hinaus durchdacht hat. Es ist deshalb in diesem Augenblick nicht der übliche, bei jedem guten Buch an sich auszusprechende Wunsch, daß die Bände in keinem zionistischen Hause fehlen dürfen, sondern es ist die Erkenntnis, daß nur durch die Lektüre das Wissen vom Zionismus wirklich fundiert werden kann. Hans Klee. Gescfiicfite des Zionismus von Dr. Joseph Helfer Gescher Verlag (M. Krimberg), Berlin 1935. Dieser Tage erschien eine „Geschichte des Zionismus" von Dr. Josef Heller. In konzentriertester Form läßt der Verfasser den Ablauf zionistischen Geschehens aus seinen Anfängen (Bdluim und Chowewe Zion) bis zur neusten Entwicklung abrollen. Das kleine Büchlein wird nicht den Anspruch erheben, die Probleme des Zionismus, das Ringen um die Form zionistischen Handelns in seinen Tiefen aufzuzeigen. Ohne Frage besteht eine Gefahr darin, dieses Buch Menschen, die noch nicht lange in der Bewegung stehen, zum Studium zu geben, wenn man sie nicht auch gleichzeitig aufmerksam macht, auf die Quellen, die auch der Verfasser angibt. Auch tausend Wort hebräisch machen noch keinen Hebräer. Da- 189