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Der jüdische Wille · 1935-11-01 · Heft 7 (November 1935) · page 11

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 7 (November 1935)
Date
1935-11-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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miß geeinigt haben, das nicht unmöglich zu realisieren ist« Die Erörterungen über das politische Endziel fanden mit sehr guten Gründen nicht statt. Dafür glichen manche wirtschaftlichen und sozialen Beratungen der Erörterung wirtschaftlicher und sozialer Endziele, IV, Aber über allen Empfindungen, die sich aus der besonderen Situation der Zionisten in Deutschland ergaben, über allen Einwendungen gegen manche Erscheinungsformen des Parteilebens und über aller Erkenntnis der Unvollkommenheit der Organisation des Kongresses und mancher Bemühung im Aufbauwerk, stand doch das lebendige Gefühl, daß dieser Kongreß die legitime Vertretung des jüdischen Volkes ist, daß hier die besten nationalen Kräfte um eine Lösung ringen, und daß wir in diesem Jahre ein Gutteil in unserer Arbeit weiter gekommen sind. Die Sorgen sind schon Sorgen der Wirklichkeit und der Verwirklichung, nicht mehr bloße Differenzen der Auffassungen. (Gerade das sollte dem deutschen Zionismus ein Anlaß zur Umorientierung seines praktischen Verhaltens sein.) Und auch wenn man manche Ansichten, mögen sie von Einzelnen oder Vertretern großer Gruppen geäußert sein, nicht teilt, so muß doch klarer sein als je, daß alle Differenzen miteinander getragen und ausgetragen werden müssen. Wenn Jabotinsky vor einigen Wochen bei einem Vortrag sich nicht genug tun konnte in Aeußerungen, wie fremd und fern ihm der Betrieb und die Menschen der zionistischen Organisation seien, so können wir, die wir diesen Kongreß auch irgendwie in Opposition und jedenfalls irgendwie in einer Minderheit mitmachten, wir, die wir manche Schäden deutlich sehen und manche Enttäuschung deutlich empfanden, doch nur zu dem ganz gegenteiligen Schluß kommen; dieser Kongreß und diese Organisation mit allen Vorzügen und allen Nachteilen ist unser Kongreß, ist unsere Organisation, das ist unser Volk. Rückblick auf den Kongreß Von Bbr. Hans Pomeranz. Von Weizmann bis Weizmann. Das Referat, das Arthur Ruppin auf dem Luzerner Kongreß über die Ergebnisse einer 25 jährigen zionistischen Kolonisationstätigkeit gehalten hat, war nicht nur deshalb wesentlich, weil die jüdische Welt aus dieser Uebersicht wieder einmal die Leistung dieses Mannes übersehen konnte, mit dessen Alijah im Jahre 1908 ein neuer Abschnitt der Palästina-Kolonisation beginnt. Der Weg von Daganjah bis zur Konsolidierung der Emek-Siedlungen ist der Weg zur Schaffung des jüdischen Bauern gewesen. Die „vom goldenen Schimmer der Orange" lange trüb gewesenen Augen haben inzwischen gesehen, was die gemischte Wirtschaft mit dem selbst arbeitenden jüdischen Menschen neben der problembelasteten Monokultur bedeutet. Dieser Weg von Daganiah bis heute ist der Weg, der mit dem Sieg der von Weizmann geführten jungen Opposition begann. Er ist der Weg des zionistischen Erfolgs, und vom Kolonisatorischen abgesehen ist er auch politisch der Weg von Weizmann bis Weizmann. Herzls Tat ist mit dieser Feststellung nicht verkleinert. Seine Bedeutung steht fest: Formgebung, Schaffung der Organisation, ein jüdischer Staatsmann tritt auf und beendigt den assimilatorischen Versuch der Entpolitisierung 175

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