Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Wille · 1935-11-01 · Heft 7 (November 1935) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 7 (November 1935)
Date
1935-11-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2827066-3186711-3186717--1100-3187167
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

der verschiedenartigen Berufs- und Altersgliederung unserer Bundesbrüder nicht durchführen ließ, Ansätze einer KJV-Arbeit auf landwirtschaftlichem Gebiete in Palästina sind an einzelnen Punkten des Landes gemacht worden und es wird Aufgabe des palästinensischen Präsidiums, viel mehr aber unserer Bundesbrüder in Palästina selbst sein, sich an diesen Projekten zu beteiligen und allmählich einen Siedlungspunkt, vielleicht nicht des KJVs, aber einer Gruppe von Menschen mit einer dem Wesen nach KJVer ähnlichen Haltung herauszukristallisieren. Positiv hingegen glauben wir die Arbeit der letzten Zeit werten zu dürfen, die sich mit der Frage der Auswanderung unserer Bundesbrüder und allen den sich hieraus ergebenden Arbeiten befaßte. Hier glauben wir auch, daß der Eindruck der Bundesbrüder, die mit uns in diesen Angelegenheiten zu tun hatten, zur Annahme berechtigt, daß wir ihre Interessen mit bundesbrüderlicher Aufmerksamkeit verfolgt und wohl auch in den meisten Fällen durchaus erfolgreich vertreten haben. So haben wir in mehr als 90 Fällen unsere Bundesbrüder vor der Zertifikationskommission des Palästinaamtes vertreten. An Alijahbeihilfen und sonstigen infolge akuter Not veranlaßten Fällen haben wir in ca. 15 Fällen annähernd RM. 1500.— beigesteuert. Wir haben uns ferner mit einem Betrag von RM. 300,— an der Gründung eines Hachscharahzentrums in Oberschlesien des Makkabi Hazair beteiligt und auch noch verschiedene Ausgaben für unser Hachscharahzentrum in Riga bis zur definitiven Ueberführung dieses Kibbuzes an die Zionistische Organisation in Lettland, nachdem unsere sämtlichen Bundesbrüder von dort zur Alijah gekommen waren, gezahlt. Erwähnt sei die sehr umfangreiche, laufende Korrespondenz mit Bundesbrüdern in Fragen ihrer Alijah, unsere regelmäßige Auskunftserteilung beim Palästinaamt etc. Alles Aufgaben, die naturgemäß mehr den Charakter einer Liquidation oder nur im Hinblick auf Palästina den eines Aufbaus in sich tragen. Es wäre aber sicherlich falsch gewesen, nicht nur aus Gründen allgemeiner Verantwortlichkeit dem Zionismus in Deutschland gegenüber, der auch heute u. a. noch von einer nicht unerheblichen Anzahl von Bundesbrüdern getragen wird, sondern auch unseren Bundesbrüdern selbst, die berechtigterweise bei uns Rat und Hilfe zu finden wünschen, das KJV aufzulösen. Die mannigfache Arbeit der letzten Periode beweist, daß das KJV nötig war und auch dem künftigen Verwalter des Palästinaressorts werden genügend Aufgaben, vielleicht noch in größerem Umfange als bisher gestellt werden, Georg Hirsch. Bericht der Medizinischen Fachgruppe Da die Zahl der hier verbleibenden Bundesbrüder sich immer mehr verringerte, war auch die Tätigkeit der Medizinischen Fachgruppe wesentlich beeinträchtigt und mußte sich im allgemeinen auf Beratung der Bundesbrüder beschränken. Da die meisten die Absicht haben, früher oder später nach Palästina zu gehen, so waren es in der Hauptsache Fragen der Praxismöglichkeit oder der medizinischen Betätigung in Erez, über die von uns Auskunft verlangt wurde. Die Bundesbrüder konnten ferner durch Rundschreiben und Veröffentlichungen im JW. rechtzeitig auf den Gesetzesentwurf wegen der Lizenzsperre hingewiesen werden, und wir konnten ihnen mitteilen, welche Papiere zur Erlangung der Lizenz nötig sind, um unliebsame Verzögerungen zu vermeiden. Dagegen ist es nicht möglich, durch Wegzug freiwerdende Praxen durch Bundesbrüder zu besetzen; wir konnten in solchen Fällen die Angebote nur an andere zuständige Stellen weiterleiten. Herbert Neumann. 172

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.