Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 7 (November 1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht des Finanzressorts Der Mitgliederschwund unserer Organisation hat die Verwaltung unserer Finanzen nicht gerade erleichtert. Wenn es trotzdem bisher gelang, die Unkosten mit den Einnahmen in Einklang zu bringen und gleichzeitig dabei unsere Alijahbeihiilfen etc. zu erhöhen, so war das auf der einen Seite nur durch starke Drosselung unserer laufenden Unkosten, auf der anderen Seite durch eine intensivere Hereinholung der Beiträge möglich. Dabei haben wir die bedauerliche Feststellung machen müssen, daß ein großer Teil der Bundesbrüder auf Mahnungen hin nicht diszipliniert schnell genug reagiert und durch dieses Verhalten Beitragsverpflichtungen auflaufen, die sie dann nicht auf sich nehmen können, während hingegen eine pünktliche Quartals- oder Monatszahlung ihnen ohne weiteres möglich wäre. Eine wettere Enttäuschung bereiten dem Finanzressort die Bundesbrüder, die grundlos, nur aus einer Liquidationsstimmung heraus, die Beiträge herabsetzen, ohne daß ihre materielle Situation hierzu Veranlassung gibt. Diese Momente verbunden mit der weiteren Abwanderung unserer Mitglieder geben zu Besorgnissen für das kommende Jahr ernsten Anlaß. Die Einnahmen und Ausgaben verringerten sich im Vergleich zu den entsprechenden Quartalen des Jahres 1934 Im 3. Quartal ermäßigten sich die Einnahmen um 18%, während die Ausgaben erstmalig 10% über denen des entsprechenden Vorjahresquartals lagen. Durchschnittlich lagen also die Einnahmen 16%, die Ausgaben 17% unter denen des Vorjahres. Dieses noch ganz gute Bild dürfte sich mit dem 4. Quartal durch die weitere Auswanderung, insbesondere der Aerzte, grundlegend ändern, wenn nicht die hier verbleibenden Bundesbrüder sich ihrer Pflichten dem KJV gegenüber besser erinnern. Deshalb ergeht hiermit an alle Bundesbrüder unsere ernste Bitte: Sorgt dafür, daß die Bürounkosten weiter verringert werden können, d. h., laßt uns nicht soviel Beiträge anmahnen, sondern zahlt von selbst, prüft, ob nicht das Abbuchungsverfahren vom Postscheckkonto (das beiden Teilen, besonders uns! Arbeit erspart), für Euch geeignet ist. Sorgt dafür, daß die an anderer Stelle erwähnten Aufgaben weiter durchgeführt werden können und versetzt uns für die Zukunft in die Lage, den Jüdischen Willen weiterhin so regelmäßig erscheinen zu lassen, wie wir es bisher einigermaßen bewerkstelligen konnten. Georg Hirsch. Man kann die Arbeit des Palästinaressorts als negativ verlaufen betrachten, unter dem Gesichtspunkt einer kontinuierlichen Zusammenarbeit mit dem Präsidium in Palästina, Es kann sich nicht darum handeln, die Schuldfrage zu stellen, sondern das Fazit der letzten eineinhalb Jahre zu ziehen. Dabei muß eben zugegeben werden, daß es außerordentlich schwierig, ja unmöglich ist, von hier aus Projekte zu bearbeiten, die trotz größter Palästinanähe des Bearbeiters doch im allgemeinen an den Bedingungen und Voraussetzungen Palästinas selbst scheitern müssen. So war es auch nicht möglich, eine zentrale Aufgabe des KJVs in Palästina von hier aus vorzubereiten, ein Wunsch, an den wir alle gedacht haben, der sich jedoch aus im 1. Quartal im 2. Quartal Einnahmen um ca, 3% um ca. 27% Ausgaben ca. 33 *A% ca. 28% Bericht des Palästinaressorts 171