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Der jüdische Wille · 1935-11-01 · Heft 7 (November 1935) · page 6

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 7 (November 1935)
Date
1935-11-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Präside war einmal in Breslau aus Anlaß einer besonderen Veranstaltung; an den Veranstaltungen der Berliner Bezirksverbände nahmen regelmäßig einzelne Mitglieder des Präsidiums teil. In Berlin wurden auch einzelne Vortragsabende vom Präsidium selbst aus veranstaltet. Zu erwähnen ist insbesondere ein Abend, an dem Bbr. Franz Meyer über die zionistische Arbeit in Deutschland referierte und an dem es zu einer grundsätzlichen Aussprache über die Gemeindearbeit kam. Da eine persönliche Einwirkung des Präsidiums auf die Arbeit der Bezirksverbände aus verschiedenen Gründen nur in geringem Umfange erfolgen konnte und außerdem nur ein kleiner Teil der KJVer durch die Bundesbrüder erfaßt wurde, legten wir auf ein regelmäßiges Erscheinen des „Jüdischen Willen" besonderes Gewicht. Sachlich litt auch die Ausgestaltung des JW. unter dem Mangel an Mitarbeitern. Es mag deshalb schon richtig sein, daß den in der zionistischen Arbeit Stehenden der JW. nur wenig zu bieten hatte. Für eine sehr große Anzahl von KJVern aber war der JW. eine wertvolle und jedenfalls freudig begrüßte Ergänzung der Jüdischen Rundschau. Wir haben den Eindruck, daß der JW. am meisten dazu beigetragen hat, das zionistische Zusammengehörigkeitsgefühl unter den versprengten KJVern aufrecht zu erhalten. In der ersten Zeit nach den Ereignissen des Jahres 1933 war daran gedacht, innerhalb des KJV eine besondere Wirtschaftshilfe zu organisieren. Es zeigte sich bald, daß hierfür keine Möglichkeit vorhanden war, sondern daß es notwendig war, die aus dem KJV sich ergebenden Fälle durch die zuständigen Stellen, insbesondere Palästinaamt, Zentralausschuß bearbeiten zu lassen. Unsere Bundesbrüder waren auch auf diesem Gebiete bei den einzelnen Stellen führend tätig, so z. B. wird die medizinische Fachschaft beim Palästinaamt von Bbr, Herbert Neumann geleitet. Wir beschränkten uns im übrigen darauf, eine Liste der KJVer-Anwälte für ganz Deutschland zu veröffentlichen und eine Liste der Aerzte in Berlin. Wenn insbesondere die Liste der Anwälte sich für die einzelnen Bundesbrüder nicht besser ausgewirkt hat, so liegt das nach meiner Ueberzeugung lediglich daran, daß überhaupt das Tätigkeitsfeld der Rechtsanwälte sich im Laufe der Zeit mehr und mehr eingeengt hat. Ein besonderes Kapitel bildet unser Verhältnis zum palästinensischen Kartell. Dieses Verhältnis war vor allem durch die Tatsache bestimmt, daß jedenfalls ein großer Teil der in Deutschland verbliebenen KJVer die Revisionistenbeschlüsse des Palästina-Kartells, jedenfalls in dem gegebenen Moment, für nicht notwendig und unzweckmäßig hielt und weiter der Meinung war, daß von Seiten des palästinensischen Kartells nicht genug geschehen war, um den Austritt auch zahlreicher nichtrevisionistischer Bundesbrüder zu verhindern. Diese Fragen sind im JW. genügend behandelt, insbesondere durch Abdruck des Protokolls der Novembertagung des KJV in Deutschland. Das Präsidium bemühte sich, ein allzu großes Auseinanderklaffen der beiden Kartelle zu verhindern. Mir scheint: die Vorgänge der Vergangenheit gehören der Geschichte an. Sie sind zum größten Teile durch die inzwischen eingetretene Entwicklung überholt, und es ist sinnlos, darauf zurückzukommen. Gelingt es dem palästinensischen Kartell, seine Daseinsberechtigung und seine Lebensfähigkeit in Palästina zu erweisen, so wird das Kartell in Deutschland sich nicht nur mit dem palästinensischen Kartell, so wie es ist, abfinden, sondern wird auch gern, so wie es zunächst einmal vorgesehen war, der geistigen Führung durch das palästinensische Kartell folgen. Die Zukunftsmöglichkeiten eines erneuten KJV liegen nicht in Deutschland, sondern nur in Palästina. Salli Hirsch. 170

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