Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 7 (November 1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Interesse gerade der neuen Zionisten an allen zionistischen Problemen. Aber die Schichtung ist so, daß einerseits das KJV nicht darauf rechnen kann« aus diesen Elementen Nachwuchs für seine Reihen zu bekommen, andererseits ist es für alte KJVer, die diesen Umwandlungsprozeß der Zionistischen Organisation in Deutschland nicht von vornherein und aktiv mitgemacht haben, schwer, sich in die neue zionistische Arbeit einzugliedern. So erklärt sich die Erscheinung, daß wir, wie bereits erwähnt, in der zionistischen Arbeit in Deutschland einen Mangel an Führern haben, daß die wenigen leitenden Menschen mit Arbeit überhäuft sind und daß wir auf der anderen Seite noch eine Anzahl älterer KJVer haben, die jetzt durchaus von neuem zionistischen Interesse erfüllt sind und auch den guten Willen zur zionistischen Arbeit haben, die aber sehr schwer in die Arbeit eingegliedert werden können. Das Präsidium hatte in Bbr. Maurice Hirschfeld ein eigenes Ressort geschaffen, das die Einfügung der KJVer in die zionistische Arbeit zur Aufgabe hatte. Die Erfolge dieser Arbeit sind aber gering, trotzdem der gute Wille auf allen Seiten durchaus zu konstatieren war. Ueber diese allgemeine zionistische Situation in Deutschland muß man sich klar sein, sowohl wenn man die Arbeit des abtretenden Präsidiums kritisch prüft, wie auch wenn man ein Arbeitsprogramm für die bevorstehenden Perioden aufstellt. Gewiß wird man feststellen können, daß das Präsidium auf verschiedenen Gebieten mehr hätte leisten können. Im wesentlichen war aber die Entwicklung des KJV zum heutigen Zustande zwangsläufig bedingt. Jugendarbeit» Im einzelnen: Auf das Fehlschlagen unserer Bemühungen in den Kreisen jugendlicher Zionisten für die zionistischen Grundgedanken des KJV zu werben, ist bereits hingewiesen. Es ist bezeichnend, daß die beiden Präsidialmitglieder (Konrad Jacoby und Willy Jacobsohn), die die Notwendigkeit der Jugendarbeit auf dem letzten Kartelltag besonders betont und diese Jugendarbeit zu ihrer eigentlichen Aufgabe gemacht haben, sehr bald selbst nach Palästina gingen und ihrem Nachfolger (Walter Mindus), den wir eigens für die Jugendarbeit in das Präsidium kooptierten, zeigt sich kein rechtes Betätigungsfeld. 1934 wurden noch einige Ausspracheabende mit jüngeren Bundesbrüdern veranstaltet. Es gab damals auch noch etwa 70 jüngere KJVer in Berlin. Von diesen 70 sind nur noch etwa 30 hier geblieben, die mit zionistischer Arbeit in anderen Kreisen beschäftigt sind und die nicht ohne Schädigung zionistischer Interessen für spezielle KJV-Arbeit herangezogen werden können. In Breslau ist noch ein Kreis von Jüngeren vorhanden, der zeitweilig durch staatszionistische Umtriebe beeinträchtigt wurde. Zu Beginn dieser Arbeitsperiode hatte das KJV eigene Hachscharahzentren in Riga und in Memel. Da aber der Nachwuchs für diese Hachscharahzentren mehr und mehr aus Nicht-KJVerkreisen kam, erschien es auf die Dauer nicht angängig, diese Hachscharahzentren als Institution des KJV aufrecht zu erhalten. Die noch auf Hachscharah befindlichen KJVer werden im Rahmen der allgemeinen Hechaluzarbeit betreut; das KJV gibt in einigen Fällen noch Zuschüsse. Das Mitglied unseres Präsidiums, Hans Sternberg, arbeitet in der allgemeinen Hechaluzorganisation und hat sich um die Beschaffung landwirtschaftlicher Stellen verdient gemacht. Was die eigentliche Altherrenarbeit betrifft, so geben die besonderen Berichte der einzelnen Bezirksverbände von der Tätigkeit der einzelnen KJV-Organisationen ein Bild. Diese Arbeit der einzelnen Bezirksverbände konnte vom Präsidium nur unerheblich beeinflußt werden. Der 169