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Der jüdische Wille · 1935-07-01 · Heft 5-6 (Juli 1935) · page 21

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 5-6 (Juli 1935)
Date
1935-07-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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fremd gegenüberstehen, die aber auf der anderen Seite das ehrliche Wollen und Bedürfnis verspüren, in die Bewegung hineinzuwachsen und sich mit dem Aufbauwerk inniger zu verbinden. Bisher war für derartige Menschen keine Möglichkeit vorhanden, diese Wünsche zu realisieren. Die großen Veranstaltungen der Hitachduth olej Germania befriedigten sie nicht, eine zionistische Organisation, die sich um sie kümmerte, gibt es nicht, die Deutsche Abteilung der Sochnuth hat für diese Arbeit keine Zeit oder kein Verständnis, Die Notwendigkeit dieser Arbeit zeigte sich zuerst bei der Aktion für den Keren Hajessod, bei der die besuchten Menschen den Mitarbeitern des KH. meist freimütig sich offenbarten, ihre Sorgen und Wünsche aussprachen und die Bereitwilligkeit für das Werk zeigten, Der Aktivkreis bildete nun mehrere Gruppen, die Zirkelabende veranstalteten, zu denen eine Anzahl von früher fernerstehenden Persönlichkeiten eingeladen wurde. Auf diesen Abenden wurden die Probleme des Aufbaues besprochen. Es zeigte sich auch dort bei fast sämtlichen Teilnehmern ein aktives Interesse, ein starker Wunsch, den Problemen näher zu kommen, auf der anderen Seite aber auch eine völlige Unkenntnis der primitivsten Dinge der Bewegung und des Aufbauwerkes. Um den letzten Mangel zu beseitigen, gingen wir daran, ein zionistisches Seminar zu schaffen, das den interessierten Menschen die Möglichkeit geben sollte, den Tatsachenstoff zu erhalten und Anregungen für die Weiterbildung zu geben. Das Seminar wird von Bbr. Karl Glaser geleitet. Es sprachen bisher: Blumenfeld: Kultur und Nation; Bileski: Manddtspolitfk; Hantke: Geschichte des Zionismus; Leo Kauffmann: Städtische Kolonisatiom Max Hirsch: landwirtschaftliche Kolonisation; Felix Rosenblüth: Zionistische Organisation. Es sind noch einige Vorträge vorgesehen. Auch dieses Seminar, das allwöchentlich stattfindet, zeigt wieder, daß ein Bedürfnis für derartige Dinge besteht. Das wurde auch besonders an einem Abend deutlich, der ausschließlich der Diskussion gewidmet war. Infolge des Seminars sind die oben erwähnten Zirkelveranstaltungen etwas vernachlässigt worden, werden aber später nach seiner Beendigung wieder aufgenommen werden. Eine weitere Aufgabe des Kreises bildet die Aktivierung und Interessierung der noch abseits stehenden Bundesbrüder für das KJV. und für die zionistische Arbeit. Wir sind an dieses Arbeitsgebiet, das in manchem schwerer ist, erst vor kurzem herangegangen. Auch hier haben wir den Weg der Zirkelabende gewählt, um von den Bundesbrüdern in freimütiger Aussprache zu hören, was die Gründe sind, daß man sie im KJV, nicht sieht, was sie auszusetzen, für Anregungen zu machen hätten usw. Wir hoffen, daß es durch derartige Aussprachen, die auch regelmäßig stattfinden sollen, möglich sein wird, das Interesse für das Kartell und für die hier zu leistende zionistische Arbeit zu wecken und zu beleben. Es läßt sich natürlich heute noch nichts Abschließendes über die Arbeit dieses Aktivkreises sagen. Wir wissen selbst nur zu gut, daß noch viel an uns und unserem Kreis auszusetzen ist, daß noch vieles gebessert werden muß. Es hat sich aber unseres Erachtens schon jetzt gezeigt, daß unser Weg der richtige ist. Wir sind uns in der Arbeit einander näher gekommen, und in den Diskussionen über prinzipielle Fragen konnte schon eine allgemeine Meinungsbildung Zustandekommen. Paul Hirsch, IL Aktivkreis jüngerer KJV.er in Tel Aviv» Es war nicht ein bestimmtes, klar umrissenes Programm, das uns zu der Bildung des Aktivkreises um Max Hirsch veraniaßte, wir wollten vielmehr KJV.ern, die durch eine gemeinsame Erziehung gegangen waren, die gewohnt waren, in einem Kreise tätig zu sein, wieder den Kreis geben, in dem 145

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