Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Wille · 1935-07-01 · Heft 5-6 (Juli 1935) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 5-6 (Juli 1935)
Date
1935-07-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2827066-3186711-3186716--1072-3187138
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Formel geblieben wären, aber gegangen sind, weil genau dasselbe mit anständigen und deutlichen Worten zum Ausdruck gebracht wurde. Wir lehnen diese Katzentaktik ab, die beides möchte; nämlich sowohl den heißen Brei wie die kühle Schnauze. Und nun noch etwas über einen anderen viel gehörten Einwand: man hätte unsere Menschen nicht, kaum daß sie das Land betreten hatten, vor politische Entscheidungen stellen sollen, die sie als Neulinge noch gar nicht treffen konnten. Aber was ist das für ein Einwand? Ging es um die Knesseth Israel oder um landwirtschaftliche Fachfragen? Es ging — soviel wir wissen — um eine zionistische Frage schlechthin, die zwar hier im Lande ihre besondere Färbung aufweist, aber ihrem Wesen nach allen Zionisten in allen Ländern wohl vertraut ist oder doch sein sollte. Sie war hier durch besondere Umstände in erhöhtem Maße aktuell geworden, aber sie enthielt in sich nichts Neues. Und wir haben allerdings nicht angenommen, daß man alten Zionisten hier erst das ABC beibringen müßte. Das also ist unsere formale und sachliche Stellungnahme zum Revisionistenbeschluß. Es sind seit August 34 keine Tatsachen eingetreten, die zu einer Aenderung oder einer erneuten Diskussion Anlaß geben könnten- Berichte über die Tätigkeit der KJ.V^Gruppen in Erez Israel*) L Der Aktivkreis der Aelteren. (Tel-Aviv). Kurz nach dem letzten Kartelltag setzten sich in Tel Aviv eine Reihe von Bundesbrüdern zusammen, um über die Schaffung eines Kreises von Bundesbrüdern zu beraten, der seine Mitglieder in strafferer Organisation und festerer Disziplin zusammenfassen sollte, als dies im großen Rahmen des Snif Tel Aviv möglich ist. Nach langer Diskussion und mehreren Kommissionssitzungen über Diskussionskreis oder Arbeitsgruppe entschied man sich für das letzte* Eine Kommission wählte die Bundesbrüder aus, die sozusagen als Gründer des Kreises diesen konstituieren sollten. Man versuchte eine gewisse Homogenität des Kreises bei der Auswahl zu erreichen, wobei man die Gefahr nicht vermeiden konnte, wertvolle Bundesbrüder zu vergessen oder auch bewußt zuerst nicht hinzuzuziehen. Dadurch entstand bei dem Gros der Bundesbrüder etwa das Gefühl, daß sich hier eine neue „Clique" gebildet habe, die sich über die anderen herausheben wolle, eine Anschauung, die man vielfach noch immer antrifft. Nichts liegt dem Kreis ferner. Es muß aber jedem klar sein, daß gerade eine Gruppe von Menschen, die sich im allgemeinen bisher nicht so nahe standen, wie dies früher bei den Angehörigen einer Korporation der Fall war, in gewisser Beziehung möglichst homogen sein muß, wenn sie fruchtbare Arbeit leisten will. So mußte dieser Vorwurf, der die Gruppe traf, und die Verstimmung mancher Bundesbrüder, übergangen worden zu sein, mit in Kauf genommen werden. Als Arbeitsprogramm der Gruppe war die „Zionisierung der deutschen Olim" aufgestellt worden. Wir gingen davon aus, daß sich unter den deutschen Olim viele Menschen befinden, die noch dem Zionismus völlig ahnungslos und *) Aus den „Mitteilungen" des Landesverbandes Erez Israel, Mai 1935. 144

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.