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Der jüdische Wille · 1935-07-01 · Heft 5-6 (Juli 1935) · page 16

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 5-6 (Juli 1935)
Date
1935-07-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Und so groß war der Erfolg dieser Arbeitsperiode von \% Jahren, daß die Aktivitas imstande war, den scharfen Kämpfen, die nach den Unruhen von 1929 innerhalb der Organisation ausbrachen, Einhalt zu gebieten, als sie drohten, das Kartell zu überfluten. Die außergewöhnlich heftige Polemik, die Lichtheim gegen Weizmann und Blumenfeld in den Blättern des Brith Trumpeldor eröffnete, drohte das Kartell zu sprengen. Auf dem Dresdner Kartelltag von 1930 standen sich zwei starre Fronten gegenüber, die das KJV. als Instrument innerzionistischer Machtkämpfe zu benutzen trachteten. Da war es die Jugend, die an die große, allen gemeinsame zionistische Erziehungsaufgabe erinnerte, die die vornehmste Pflicht des KJV. sei. Die auf Initiative von Franz Brüll zusammengetretene Konferenz der Erstchargierten erhob energisch die Forderung nach einem Koalitionspräsidium; aus der Alt-Herrenschaft gelang es Walter Czapski, versöhnlich zu wirken, und so wurde es möglich, die übergroße Mehrheit der Delegierten für das Präsidium Egon Rosenberg zu gewinnen. Er erreichte es, die politischen Differenzen weitgehend auszuschalten und die Bundesbrüderlichkeit im Kartell wiederherzustellen. Wie groß sein Erfolg darin war, bewies die einstimmige Wiederwahl auf dem Hamburger Kartelltag von 1931, die einer Huldigung gleichkam. Was seitdem geschehen ist, ist noch in der lebendigen Erinnerung aller. Aus diesem Grunde erscheint es richtig, hier die Feder niederzulegen und das Feld bis auf weiteres der mündlichen Tradition zu überlassen. Die deutsche Alijah des Jahres 1933 bedeutet auch in der Geschichte des KJV. den Anbruch einer neuen Epoche. Es ist die große Frage, wie das KJV. nunmehr im Leben des Landes sich bewähren wird. Vielleicht ist es gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt gut, eine besinnliche Stunde dem historischen Rückblick zu widmen. Zum Revisionistenbeschluß*) Der Jüdische Wille vom Januar 1935 enthält das Protokoll der Berliner KJV.er-Tagung vom 17. und 18. November, die sich mit unserem Kartelltag vom August 34 befaßte. Das formale Endergebnis der Tagung besteht in dem Beschluß der Nichteinmischung in die Verhältnisse des palästinensischen Kartells. Aber darüber hinaus werden wir aufgefordert, von der Stimmung, die die Tagung beherrschte, Kenntnis zu nehmen. Und diese Stimmung — darüber wollen wir uns nichts vormachen, — gleicht verteufelt der eines Gerichtes, das leider aus formaljuristischen Gründen von einer gern gesehenen Verurteilung Abstand nehmen muß. Die Stimmen, die auch nur von Verständnis zeugen, sind spärlich gegenüber einem gemischten Akkord, der vom Bedauern bis zu scharfer Ablehnung geht. Außer an Salli Hirsch mit seiner objektiven Haltung, die dem Palästina-Kartell sein Recht und seine Gründe zubilligt, ohne sich tiefer in die Sache selbst einzulassen, können wir uns im übrigen nur noch an Egon Rosenberg halten, der wenigstens ein psychologisches Motiv nicht etwa aller Ausgetretenen, aber vieler Kämpfer im Streit durchaus richtig erfaßt hat. Sonst ist nicht viel für uns abgefallen. Und wir nehmen eben von dieser Stimmung Kenntnis. *) Aus den „Mitteilungen" des Landesverbandes Erez Israel, Mai 1935/- 140

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