Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 4 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Arbeit, es kommt mit David Wolffsohns Unterstützung zur Bank-Gründung — wie schnell ist auch der treue „Dade" vergessen —, er kommt in Berührung mit Politikern und Herrschern, er fährt nach Rußland, macht die Palästinareise. Er wendet sich dann den Projekten £1-Arisch und Uganda zu und stößt auf den Widerstand der russischen Zionisten. Inzwischen hat sich durch die angestrengte Tätigkeit sein Herzleiden so verschlimmert, daß er die Arbeit nur noch mit großer Mühe leisten kann und die Beschäftigung mit dem Zionismus, mit den Aufreibungen eine tatsächliche Lebensgefahr für ihn darstellt, die er auf sich nimmt — bis in die letzten Tage von iE d lach. Der Gang der Geschehnisse, die Geschichte der Kongresse und der Frühzeit des Zionismus ist unserm Kreis geläufig. Und doch steht man angesichts dieser enormen Leistungen eines Einzelnen immer wieder erschüttert und bewundernd. Noch nicht 10 Jahre — und in ihnen schuf auf einer Unzahl von Tagungen, Gesprächen, Reisen durch ganz Europa, Artikeln, gegen Schwierigkeiten und Feindschaft Herzl wieder „das Volk Israel". Bein versteht es trotz des Zusammentragens vieler kleiner Einzelheiten die großen Linien stets herauszuarbeiten und zeigt die Entwicklung Herzls vom mehr oder weniger bekannten Journalisten zum großen Staatsmann und großen Menschen. Dabei versucht er keineswegs, ihn zu vergöttern, sondern bringt viele kleine Züge menschlicher Schwäche, so daß in der Tat das Bild eines Menschen entsteht, zu dem gefühlsmäßig menschliche Beziehungen trotz des Abstandes der Epoche leicht erwachsen. Ein Buch, das vielleicht noch nicht Krönung, sicherlich aber der große und erfolgreiche Anfang einer neuen Geschichtsschreibung für den Zionismus ist. Ludwig Jacobi. Manfred Sturmann „Herkunft und Gesinnung", Jüdische Gedichte. (Erich Reiß-Verlag, Berlin 1935.) Der kleine Gedichtband unseres Bundesbruders Sturmann stellt eine Zusammenstellung von im letzten Jahrzehnt entstandenen Gedichten biblischen und jüdischen Inhalts dar. Der Dichter verfolgt mit der Herausgabe der Sammlung den Zweck, jüdischer Jugend ein Gebrauchsbuch lebendiger jüdischer Gesinnung zu geben. Jugend hat ihn anläßlich eines Oneg Schabbat um eine «solche Gedichtsammlung gebeten, das Buch ist ihr „auf den W e g zur Verwirklichung ihres Judentums" gewidmet. Die Sammlung zerfällt in drei Zyklen. „Aufbruch" ist eine Reihe von Gedichten benannt, die aus jüdischer Not und jüdischem Leid, gleich durch die Generationen und die Jahrhunderte hindurch, die Erkenntnis schöpfen, daß Besserung und Heilung des kranken jüdischen Volkes Stärkt die Organisation! Werbt für den Schekel!