Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 4 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2827066-3186711-3186715--1045-3187110- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wir haben unsere Bundesbrüder Dr. Benny Weiler Saarbrücken Herbert Zentnerstein Saaz (CSR) durch den Tod verloren. Wir werden ihnen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Präsidium des K. J. V. Buchbesprechungen Alex Bein: Theodor Herzt, Biographie (Fiba-Verlag, Wien 1934, 736 S.) Es gibt vielleicht zu denken, daß erst 30 Jahre nach Herzls Tod die erste Biographie erscheint, welche Anspruch darauf erheben kann, sich um die Verwertung nahezu des gesamten erreichbaren Materials bemüht zu haben. Alle früheren biographischen Versuche leiden in der Tat an den Mängeln, die Alex Bein in seinem Vorwort hervorhebt. Zum Teil sind sie durch die persönliche Nähe des Verfassers zu Herzl so beeinflußt, daß sie infolge der gefühlsmäßig betonten Erinnerungen die erforderliche Objektivität vermissen lassen und mehr oder weniger verbürgte, anekdotenhafte Schilderungen geben, zum Teil versuchen sie eine Benutzung von Urkunden, bleiben aber lückenhaft, weil sie nur wenige Unterlagen verwerten. Eine große Lebensbeschreibung Herzls zu besorgen, hätte eigentlich die selbstverständliche Ehrenpflicht des Zionismus sein müssen. Es mag davon abgesehen werden, daß das Bedürfnis nach einer solchen Biographie unbedingt bestand. Das zeigt die Aufnahme der ersten Veröffentlichung der Tagebücher, die alten und jungen Zionisten und darüber hinaus einem weiten interessierten Kreis die nun schon historische Zeit vor 40 Jahren in aller Bewegtheit darstellten, und ihnen die Leistung Herzls von Neuem ins Bewußtsein brachten, der das sterbende Judentum belebte und vor dem Versinken rettete. Es mag davon abgesehen werden, daß eine Biographie angesichts der Auflockerung der Geister in der Zeit nach dem Weltkrieg ein ausgezeichnetes Propagandamittel gewesen wäre, geeignet, denjenigen ein Wegweiser zu sein, die nicht gewillt waren, sich in die unbefriedigenden gesellschaftlichen Verhältnisse wieder einzuleben, deren Unzulänglichkeit ihnen im Kriege zum Bewußtsein gekommen war und die das Neue im jüdischen Milieu verwirklichen wollten. Vielleicht wäre es gelungen, bei vielen die fehlende 117