Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 4 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2827066-3186711-3186715--1031-3187096- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
pflichtung, mehr Verantwortung zu übernehmen, sondern es erleichtert einem oftmals die Führung« Nicht dies ist der Ausdruck einer starken Führung, daß sie seit Jahren nur einem Gremium, nämlich dem Geschäftsführenden Ausschuß, verantwortlich ist« Es ist unsere Pflicht, darauf hinzuweisen, daß die heutige breite zionistische Oeffentlichkeit kaum die Institution des GA. kennt, geschweige die Verantwortlichkeit unserer führenden Menschen ihr gegenüber«; Und wer von unseren Bundesbrüdern kennt schon die Zusammensetzung des GA«? Es soll nicht verkannt werden, daß auch in den Reihen unserer leitenden Menschen in der Organisation diese Uebelstände erkannt werden und man sich bemüht, in entscheidend wichtigen Fragen, zuletzt über die Frage unseres Führungsanspruches im deutschen Judentum, den Kreis def Beratenden zu erweitern« Aber damit, daß man bei so einer Besprechung die ohnehin große Zahl der zionistischen Beamten durch Hinzuziehung der Gruppenverbandssekretäre vergrößert, ist es noch nicht getan« Unsere Pflicht müßte es sein, darauf hinzuweisen, daß es noch mehr Zionisten gibt, die etwas zu sagen hätten und die mit unserer Hilfe in die Arbeit hineingestellt werden müßten« Unsere Forderungen müßten ferner sein: Einberufung eines Delegierten-: tages mit Neuwahlen des Landesvorstandes, des GA« und der Gemeindekommission. Einsetzung von Kommissionen für Reichsvertretung usw« Schaffung einer zionistischen Zeitschrift in engster Anlehnung an den „Jüdischen Willen"« Im Zusammenhang damit Ausgestaltung der ZVfD«-Blätter. Arbeitsgemeinschaften unserer in der ZVfD« arbeitenden Bundesbrüder unter Heranziehung von Freunden zur Aussprache, zum Lernen und zur Meinungsbildung« (In Anlehnung an den Gedanken des „Gdud Awodah".) Es kam mir in der Hauptsache darauf an, aufzuzeigen, daß tatsächlich das KJV« hier noch Aufgaben zu erfüllen hätte« Um so bedauerlicher ist es, wenn eine gefühlsmäßige Entscheidung über die potentiellen Möglichkeiten einer weiteren Arbeit negativ ausfallen müßte, weil das KJV« in Palästina versagt hat und weil es scheint, als ob es hier, zumindestens in den Reihen der bisher Verantwortlichen, nicht mehr genug Menschen gibt, die mit vollem Einsatz ihrer Kräfte dem KJV. dienen wollen« Offener Brief an das Palästina * Präsidium Jerusalem, den 25, Februar 1935, Lieber Krojanker! Obwohl ich mich seit dem Kartelltag im vorigen Jahre aus de* K.J.V.- Anbeit völlig zurückgezogen habe, schreibe ich Dir heute unter dem Eindruck des letzten Heftes des „Jüdischen Willen*. (Heft 1/2 dieses Jahrg. D.Red.) Wenn die Entwicklung, deren Etappen durch die letztens Kartelltage in Deutschland und Palästina sowie durch die Novembertagung in Berlin gekennzeichnet sind, in derselben Richtung weitergeht, so ist eine Spaltung des Kartells, d. h. eine Abspaltung des Landesverbandes Palästina vom Gesamtkartell unausbleiblich. Da ist es die höchste Zeit, daß die Menschen, die hier zwar nicht ausgetreten, aber an einem abgespaltenen Landesverband Palästina uninteressiert sind, ihre Stimme erheben. 103