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Der jüdische Wille · 1935-06-01 · Heft 4 (Juni 1935) · page 13

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 4 (Juni 1935)
Date
1935-06-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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tagung 1934, haben es aber abgelehnt, in Form einer Resolution dazu Stellung zu nehmen. Das Interesse und die Sorge um das gesamte KJV. veranlaßten uns, diese Diskussion zu führen. Aber wir wollten nicht in die Verhältnisse des palästinensischen Kartells eingreifen, damit die Entwicklung jener Ereignisse sich auf die Grenzen Palästinas beschränken sollte und ohne daß irgendeiner die Verantwortung auf jemanden abschieben könnte, der nur daran interessiert, aber im Grunde genommen unbeteiligt gewesen ist. Zusammenfassend ergibt die Betrachtung der Verhältnisse in den Grenzen Palästinas, daß wir jene eingangs erwähnte Hoffnung und Voraussetzung für unsere weitere Arbeit hier, das palästinensische Kartell werde eine innere und äußere Kraftquelle sein, leider werden abschreiben müssen. Deutschland; Die Aufgaben, die uns in Deutschland verblieben, konzentrierten sich in der Hauptsache auf die interne Arbeit in den Altherrenbünden, in gewissen noch vorhandenen Aktiv-Kreisen, wie in Berlin und in Breslau, auf die noch vorhandenen Hachscharahplätze und auf die externe Arbeit, die sich auf Ortsgruppen, insbesondere auf Junggruppen und andere Versuche, die zionistische Arbeit zu intensivieren, wie Gdud Awodah, verteilte. Fast alle diese Aufgaben sind in Angriff genommen worden, wurden aber im Laufe des letzten Jahres aus den verschiedensten Gründen nicht mehr existent. Die Aktivkreise schmolzen weiter zusammen, und nirgends besteht in Deutschland noch ein aktiver Kreis von jüngeren Bundesbrüdern. Demzufolge gibt es keine Hachscharaharbeit mehr und Vertreter des KJV. in den Junggruppen. Von den Altherrenbünden kann man wohl sagen, daß sie nicht die Erwartungen erfüllt haben, die man an sie zu der Zeit, als man über die Zukunft des KJV* schon im Zweifel war, gestellt hatte. Man war damals der Meinung, daß eine Zukunft des KJV. nur dann einen Sinn hätte, wenn diese Altherrenbünde in einem ganz anderen Maße aktiver sein würden, wie es bis dahin der Fall gewesen war. Die Altherrenbünde haben vielleicht bestenfalls einen mehr oder minder guten Betrieb gemacht, aber von einer kollektiven oder individuellen Uebernahme von besonderen zionistischen Aufgaben, die besonders in der heutigen Zeit nach Uebersiedlung unserer wertvollsten Kräfte es in Hülle und Fülle gibt, ist bis auf wenige Ausnahmefälle nicht die Rede. In Berlin waren es der Rosenkranzbund und der AHB. des Ruder VJSt., die mit einigem Erfolg versucht haben, die Bundesbrüder in die zionistische Arbeit hineinzustellen. Allerdings gibt es eine sehr große Reihe von Bundesbrüdern» die als einzelne in der Zionistischen Organisation an den verschiedensten Stellen arbeiten. Der Plan zur Schaffung eines Gdud Awodah erwies sich als ein Schlag ins Wasser, jedoch weniger aus Gründen, die mit der Sache selber zu tun hatten, als aus organisatorischen und menschlichen Mängeln heraus. Die Frage, ob es angesichts der Situation hier und in Palästina noch einen Sinn hat, das hiesige KJV. aufrechtzuerhalten, ist m. E» von einer gefühlsmäßigen Entscheidung abhängig. Erst nachdem sie positiv ausgefallen ist, lassen sich Aufgaben stellen. Dazu muß man allerdings eben spüren, daß es noch Menschen gibt, die gewillt sind, als KJV.er irgendeine Arbeit zu leisten. Nun ist es tatsächlich so, daß es viele Bundesbrüder heute gibt, die diesen inneren Zwang nicht mehr fühlen und im Gegenteil einer schnellen Liquidation zustimmen würden. Neigt man hingegen mehr zu einer sachlichen Entscheidung, so müßte man folgendermaßen fragen: Sind wir als Zionistischer Bund von Akademikern, heute noch imstande, uns solche Aufgaben zu stellen und zu lösen, die sonst 101

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