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Der jüdische Wille · 1935-06-01 · Heft 4 (Juni 1935) · page 12

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 4 (Juni 1935)
Date
1935-06-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Wicklung des Kartells drüben geglaubt, zumal die Führung drüben selbst diesen ölauben vom Kartell forderte» Wir sehen aber seit einem Jahre nichts, was daraufhin deutet, daß man versucht hat, jener Schwierigkeiten Herr zu werden, jener Symptome, deren Ueberwindung gleichsam die Arbeit und damit eine Existenzberechtigung des KJV. hätte bedeuten können. Wo sind die Menschen, die sich kontinuierlich eingesetzt haben? Viele von denen, die hier unsere Ideale vertreten und in großen Tönen von ihnen gesprochen haben, sind ihnen drüben untreu geworden. Der Artikel von Heinrich Strauß in dieser Nummer deutet darauf hin, daß nichts getan worden ist, was die erwähnten Uebelstände hätte beseitigen können. Und was hat das Präsidium geleistet, um die Teile des KJV., die auf dem Lande leben, zusammenzufassen und sie mit dem Teil, der sich in den Städten befindet, zu koordinieren? Ich behaupte sogar, daß es nicht einmal die KJV.er in den Kwuzoth kennt. Tatsache ist, daß alles versprochen wurde, und zwar für die Zeit nach dem letzten pal. Kartelltage. Man sagte, daß der politische Kampf, die Auskämpfung der Revisionisten-Beschlüsse und die Politisierung des Kartells« eine notwendige Voraussetzung für die Inangriffnahme eines Arbeitsprogramms seien. Der Kampf des Kartelltages wurde unterdessen als abgeschlossen betrachtet, und die positive Leistung sollte an seine Stelle treten. Jedoch wissen wir, daß die seither verflossenen 9 Monate keine wesentlichen Ergebnisse gezeitigt haben. Zudem kann man schwerlich behaupten, daß die politische Auseinandersetzung abgeschlossen ist, denn es haben weitere wertvolle Menschen ihren Austritt erklärt, und ihn mit der Ablehnung einer Politisierung des Kartells begründet. Es stehe hier dahin, ob die Revisionisten-Beschlüsse und die Politisierung eine Notwendigkeit waren. Ging aber die Politisierung tatsächlich auf Kosten der Aktionsfähigkeit, so wird weiterhin bei vielen, insbesondere im deutschen Kartell, die sich bisher abwartend verhalten haben, und auch bei denen, die die Revisionisten-Beschlüsse für richtig hielten, die vom palästinensischen Präsidium eingeschlagene Passivität in der Arbeit eine entschiedene Ablehnung erfahren. Die führenden Menschen sind ja kluge Leute und hätten diese Folgen voraussehen müssen. Ist also die Ansicht richtig, daß die Aktionslösigkedt eine Folge der „Politisierung" sei, so müssen dem dortigen Präsidium die schwersten Vorwürfe gemacht werden. Ist sie es aber nicht gewesen, so war das Präsidium einfach zur praktischen Arbeit aus personellen oder sonstigen Gründen unfähig. Wie auch immer die augenblickliche Situation zu erklären ist, eines scheint uns klar zu sein: das KJV. in Palästina besitzt bedauerlicherweise heute weniger als je Lebenschancen, weil in der verflossenen Zeit die noch vorhandenen Lebenskeime ersticken mußten. Es läßt sich von hier aus nicht entscheiden, ob noch das Minimum an Lebenskraft vorhanden ist, das die notwendige Voraussetzung für eine von einer fähigen, starken, Initiative besitzenden Führung getragenen Aufwärtsentwicklung wäre. Daß es Aufgaben für das KJV. gibt, wird niemand ernstlich bezweifeln (siehe auch den Brief von Hecker an Krojanker in Nr, 1/2 d. Jahres), und es war auch deshalb im Rahmen dieser Ausführungen nicht nötig, auf ihr Vorhandensein besonders hinzuweisen und sie im Einzelnen aufzuzählen. Es soll hier auch nicht weiter die Auseinanderentwicklung der beiden Kartelle, bedingt durch den Umstand, daß der größere Teil des hiesigen Kartells jene politische Entwicklung des palästinensischen Kartells prinzipiell ablehnen zu sollen glaubte, ins Kalkül gezogen werden. Wir besprachen die Ereignisse im palästinensischen Kartell in unserer November- 100

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