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Der jüdische Wille · 1935-06-01 · Heft 4 (Juni 1935) · page 11

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 4 (Juni 1935)
Date
1935-06-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Wenn wir heute übersehen, daß nicht einmal ein Drittel der in Frage kommenden jungen Menschen von den zionistischen Bestreibungen/ einer für Palästina geeigneten Erstausbildung und der Beruf »Umschichtung erfaßt werden, so liegen unsere Aulgaben klar zu Tage, Nicht die ganze jüdische Jugend kann nach ihren physischen und seelischen Voraussetzungen) von den Verwirklichungsbestrebungen erfaßt werden- Aber der Wirkungskreis* chaluzischer Arbeit ist noch nicht erschöpft. Auch diejenigen, die nicht unmittelbar der chaluzischen Bewegung angehören, aber von dem hohen Wert dieser Bestrebungen überzeugt sind, können helfen, schulen und stützen, und die finanzielle Basis dieses größten zionistischen Werkes sichern und verbreitern« Zur Zukunft des K. J. V. Von Jakob Rosenberg. Dieser Artikel soll ein erster Beitrag zur Diskussion sein, die der Kartelltag zu führen haben wird. Er ist daher lediglich als persönliche Meinungsäußerung zu verstehen. Red. Bevor man irgendwelche Ueberlegungen über die weitere Zukunft des Kartells anstellen will, muß man zu einer völligen Klarheit der heutigen Lage gelangen. Es unterliegt vor allem keinem Zweifel, daß die Vorstellungen, die wir noch im Jahre 1934, d. h. zu dem Zeitpunkt unseres letzten Kartelltages von unseren Möglichkeiten gehabt haben, heute fast in allen Beziehungen, insbesondere in den notwendigen Voraussetzungen nicht mehr zutreffen. Vorausgeschickt, seien noch einige Zahlen genannt: Insgesamt leben heute in Deutschland 850 Bundesbrüder, in Palästina 700 und im übrigen Ausland 475. Bei allen unseren früheren Vorstellungen über die Zukunft des KJV. sind wir davon ausgegangen, daß der Schwerpunkt des KJV. sich nach Palästina verlagern und damit auf organische Weise der größte Teil unserer KJV.-Aufgaben von hier nach Palästina verlegt würde. Zur Bewältigung der uns verbliebenen Arbeitsmöglichkeiten sollte das palästinensische Kartell eine innere und äußere Kraftquelle sein. Diese Erwartungen kamen oft zum Ausdruck. Man denke nur an jenen Antrag, der besagte, daß wir uns der Führung des palästinensischen Präsidiums in allen Beziehungen fügen sollten. Diesen Anschauungen entsprach auch der gelegentliche Wunsch, sogar die Revisionistenbeschlüsse auf uns zu übertragen. Palästinas Es ist nun augenscheinlich zur Tatsache geworden, daß das palästinensische KJV. heute nicht die Bedeutung hat, die wir ihm für die Bundesbrüder dort und für uns hatten beimessen wollen. Es wird von hier aus kaum möglich sein, die vielfältigen Gründe, die zum derzeitigen Zustand geführt haben, auseinanderzusetzen. Es gibt objektive Schwierigkeiten, die keiner verkennt — man denke z. B. an den geringeren persönlichen Einsatz infolge erschwerter Lebensexistenz drüben, an die Scheidung Stadt und Land oder innerhalb der Stadt an die sozialem Unterschiede. Aber sie allein können keine Erklärung des Bildes, das uns heute das pal. Kartell bietet, bringen. Es scheint so, als ob auch die Führung versagt hat. Wir hatten mit dem ganzen Kartell an eine fruchtbare Ent- 99

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