Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 4 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Staatspolltische Erziehung der Olim — der „alten" wie der „neuen" —; staatsp olitische Führung des A uf ib au w er k es :. das ist eis, was der Exekutive in dem Stadium zionistischer Verwirklichung, das mit dem Jahre 1933 begonnen hat, obliegt, will sie, wie es ihre Pflicht ist, alles tun, um dem „National-Home", der „öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte", dem „jüdischen Staat unterwegs" eine der Reife unserer Entwicklung angemessene höhereFormzu geben und den Zionismus, das „jüdische Volk unterwegs", damit näher an das Ziel heranzubringen, das es sich gesetzt hat» M'assenkolonisation ist ohne staatspolitische Ziele, Zionismus in dieser Zeit ohne staatspolitische Gesinnung undenkbar. Staats politische Gesinnung — das ist freilich nicht die Gesinnung jener, die am liebsten von ihr reden, ohne je nach ihr zu handeln. Es ist die Gesinnung des disziplinierten Zionisten, der aus Palästina Erez Israel machen will — das Vaterland der zu werktätig-schöpferischer Arbeit zurückgekehrten jüdischen! Massen, Zionismus ist nicht nur eine nationale, er ist auch eine soziale Bewegung. Der Jischuw ward, wenn er „Staatsgemeinschaft" werden will, nicht nur eine j ü d i s c h e, sondern auch eine bessere Gemeinschaft sein müssen; oder er wird, nicht allein niemals „Saatsgemeinschaft" werden, sondern auch in Bälde aufhören, Jischuw zu sein. Wer das erkannt hat, wttrd um so eher verstehen, daß jene, der neuen Exekutive als eine ihrer Hauptaufgaben zu stellende „organische Einfügung" der eingewanderten Massen in das Ganze des Palästinawerks, nicht nur eine Frage organisatorischer Erf ahrung ist, sondern auch eine Frage menschlicher und jüdischer Gesinnung. Die Exekutive, die der diesjährige Kongreß zu wählen haben wird, soll, um in London und Genf ebenso wie in Palästina diese staatspolitischen Aufgaben erfüllen zu können, eine Exekutive der „breiten Koalition" sein, getragen! vom Vertrauen einer möglichst starken, möglichst hundertprozentigen Mehrheit der Bewegung. Sie soll, um ein solches Pogramm systematisch durchführen zu können, tunlichst für eine längere Zeitdauer als die von zwei Jahren nominiert werden. An ihrer Spitze aber sollte der Mann stehen, der unsere Bewegung in ihrer letzten Etappe bis an die Schwelle dieser, organisch auf ihr bauenden, geführt hat: Chaim Weizmann. Berufsfragen der jüdischen Jugend Von Dr. Georg Josephthal Wir setzen hier die Behandlung der die jüdische Jugend in Deutschland angehenden Fragen aus der vorigen Nummer fort. Red. Der Kreis, der heute vor Berufsfragen steht, umfaßt nicht nur die schulentlassene Jugend, sondern auch diejenigen, die nach ihrer Altersschichtung noch zu einer Berufsumschichtung fähig sind. Es gibt heute in Deutschland ungefähr 112 000 Juden im Alter zwischen 15 bis 35 Jahren, während es noch im Jahre 1925 ungefähr 184 000 Juden in diesem Alter gegeben hat. Die Altersschichtung der deutschen Juden, die schon vor 1933 außerordentlich ungünstig 95