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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Editorial · page 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Editorial
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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dazu, daß sich ein Gegensatz zwischen der „Arbeitsgemeinschaft" und dem Wassersportverband des R. J. F. herausbildete. Im Laufe der weiteren Entwicklung, die nicht ohne oft recht kleinliche Auseinandersetzungen vor sich ging, schloß sich in Berlin die Mehrzahl der früher paritätischen Rudervereine dem R. J. F. an (es sind dies: Berliner Ruderclub „Welle Poseidon", B.R.C. „Helvetia", B. R.C. „Oberspree", B. R. C. „Triton"). Es erwies sich, daß gerade diese Vereine, entsprechend ihrem bis vor kurzem noch paritätischen Charakter, sich vornehmlich aus einer weitgehend assimilatorischen Schicht der Berliner Judenheit zusammensetzten. Demgegenüber haben sich die jüdischen Rudervereine in der Provinz, die von jeher rein jüdische Vereine mit einer ausgesprochen neutralen Haltung in innerjüdischen Angelegenheiten waren, überwiegend der „Arbeitsgemeinschaft" angeschlossen, zu der also außer den oben genannten vier Berliner Vereinen noch gehören: Breslauer Tourenruderclub 1909, Jüdischer Ruderclub Königsberg, Ruderverein 1925 Frankfurt/O., Ruderabteilung des Bar Kochba, Hamburg. Im Verlauf dieser Gruppierung hatte sich die Ivria durch ihre hierbei mitwirkenden Alten Herren als Gegnerin der vom R. J. F. verfolgten Tendenzen stark exponiert. Es kam nun darauf an, die Stellung, die die Ivria damit (eingenommen hatte, auch bei der sportlichen Arbeit zu bewähren. Mit 19 Junioren, von denen 14 auf dem Papier aktiv, fünf vollständig inaktiv waren, acht Senioren, von denen sieben ebenfalls inaktiv waren und kaum vier bis sechs mitarbeitenden Alten Herren begann der Rudersommer 1934. Zur Osterfahrt starteten zwei Vierer nach Gussow. Noch im April 1934 verluden wir zwei Vierer („Theodor Herzl" und „Juda Maccabi") nach Haifa. Damit wurde ein alter Wunsch von Jos. Loewy erfüllt, nachdem die Zahl unserer Aktiven und Alten Herren in Erez Israel stattlich angewachsen war. Bald nach Beginn der Sommersaison setzte ein starker Zustrom neuer Menschen ein. Ein Teil hiervon hatte bereits in anderen Vereinen gerudert und war im Laufe des Jahres 1933 aus diesen ausgeschieden. Auch aus den jüdischen Rudervereinen, die sich inzwischen dem Wassersportverband des R. J. F. angeschlossen hatten, kamen einige Gesinnungsgenossen zu uns, die den Anschluß an den R. J. F. nicht mitmachen wollten. Der übrige Teil der Neumeldungen kam aus der Jugend, die rudersportliche Betätigung und Anschluß an eine zionistische Gemeinschaft suchte. Mit einem Stamm von zunächst fünf Anfängern unter 18 Jahren wurde die „Jung-Ivria" neu ins Leben gerufen. Es galt nun, mit dem kleinen Kreis aktiver Ivrier — einschließlich der ehemaligen Ruder- V. J. St.er — die Schar der Hinzugekommenen menschlich und ruderisch in die Ivria einzuordnen. Hierbei mußten wir bewußt die rein ideologische Erziehung während des Sommers in den Hintergrund treten lassen, weil es zunächst darauf ankam, unter der sehr verschiedenartig zusammengesetzten Schar menschlichen Zusammenhang zu schaffen. Die in den vorangegangenen Jahren stark gelockerte Disziplin wurde wiederhergestellt Das bewährte Prinzip gründlicher Ausbildung auf festem Sitz wurde aufrecht erhalten. Der reger werdende Ruderbetrieb zog nach und nach auch einige Alte Herren heraus und gewann sie für die Mitarbeit. Schon Pfingsten konnten wir zum Scharmützelsee mit fünf Vierern — drei auf festem Sitz, zwei auf Rollsitz — und zwei Zweiern starten. Zum 30jährigen Todestage von Theodor Herzl veranstalteten wir im Bootshaus eine Herzl-Feier, an der nicht nur zahlreiche Alte Herren teilnahmen, sondern zu der auch die der „Arbeitsgemeinschaft" angehörenden Vereine mit einer größeren Anzahl von Booten erschienen. Wir konnten feststellen, daß die Feier, in deren Verlauf u.a. David Schloßberg eine eindrucksvolle Gedenkrede hielt und Daniel Auerbach 31

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