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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Editorial · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Editorial
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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so lange und so gut dies nur irgend möglich sei. Es scheint, daß die weitere Entwicklung ihnen recht geben sollte. Nachdem der Ruder-V. J. St. sich im Juli 1933 auch formell aufgelöst hatte, traten die meisten der bei Auflösung vorhandenen Aktiven und Inaktiven in die Ivria ein. Die Vereinheitlichung des Betriebes führte zu einer gewissen, wenn auch geringen Belebung. Trotzdem konnten, als der Sommer 1933 zu Ende ging, zum Abrudern noch gerade zwei Vierer von älteren Mitgliedern und Alten Herren und zwei Vierer von Anfängern für eine interne Regatta aufgebracht werden. Trotz dieser äußerst schmalen inneren Basis entwickelte ein sehr enger Kreis von kaum zwei oder drei Alten Herren eine ganz spezifische „Außenarbeit", die, wie man heute, wohl sagen kann, mit dazu beigetragen hat, nach außen den Namen und die besondere Stellung der Ivria einem weiteren jüdischen Publikum bekannt zu machen, im Innern das Selbstbewußtsein zu stärken und die vorhandenen Kräfte für die Mitarbeit zu größerer Anspannung anzuspornen. Bis zum Jahre 1933 hatte es außer Ivria und Ruder-V. J. St. keinen ausgesprochen jüdischen Ruderverein in Berlin gegeben. Die Möglichkeit einer Zusammenarbeit oder Auseinandersetzung mit anderen jüdischen Rudervereinen hatte nie bestanden. Demgemäß war die Arbeit der Ivria immer eine mehr intensive, auf Gewinnung und Erziehung Einzelner gerichtete. Im Verlauf des Jahres 1933 gingen einige Rudervereine Berlins, die schon von jeher in der Zusammensetzung ihrer Mitglieder überwiegend jüdisch gewesen waren, jedoch grundsätzlich nach einer möglichst ausgeglichenen Parität jüdischer und nichtjüdischer Mitglieder gestrebt hatten und niemals als jüdische Vereine gelten wollten, zum Teil spontan, zum Teil aber mehr unter dem Zwange der Ereignisse dazu über, sich als rein jüdische Vereine zu deklarieren. Aus diesen Vereinen trat ein Kreis meist älterer Mitglieder, denen es um die jüdische Entwicklung ihrer Vereine besonders ernst war, an die Ivria heran und forderte sie zur Mitarbeit bei der jüdischen Erfassung und Durchdringung ihrer Vereine auf, weil sie ihnen auf Grund ihrer jüdischen Tradition als die berufene Helferin hierbei erschien. Zwar lag es für uns nahe, den Anschluß an den Makkabikreis als den gegebenen Weg zu weisen. Dieser Anschluß hätte eine zionistische Entscheidung und Festlegung bedeutet, zu der aber die überwiegende Mehrheit dieser in Betracht kommenden, vor kurzem noch paritätischen und jüdisch uninteressierten Vereine weder bereit noch auch reif war. Der Aufforderung aber, bei der Zusammenfassung und Stärkung aller zu positiv jüdischer Arbeit entschlossenen Kräfte mitzuwirken, konnten und durften wir uns nicht entziehen. Daher entschlossen wir uns unter voller Wahrung unserer zionistischen Einstellung zur Mitarbeit in einem jüdisch-neutralen Rahmen. So wurde im November 1933 die „Arbeitsgemeinschaft jüdischer Wassersportvereine" gegründet. Ihr gehörten zunächst außer der Ivria die Berliner Rudergesellschaft „Undine", der Damen-Ruder-Club 1923 und der von der „Arbeitsgemeinschaft" selbst im Februar 1934 gegründete „Jüdische Kanuclub" an. Die „Arbeitsgemeinschaft" wollte den Zusammenschluß sämtlicher jüdischer Wassersportvereine auf jüdisch-neutraler Basis herbeiführen. Der Vorsitz wurde mir übertragen. Obwohl die „Arbeitsgemeinschaft" mit aller Deutlichkeit ihre innerjüdische Neutralität und ihre organisatorische Unabhängigkeit erklärt hatte, rief ihre Gründung sofort den „Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten" auf den Plan, der mit der Schaffung eines eigenen Wassersportverbandes antwortete. Der Umstand, daß eine Organisation begründet war, die sich seiner unmittelbaren Einflußnahme entzog und an der auch ein zionistischer Verein aktiv beteiligt war, genügte, ihre Bekämpfung geboten erscheinen zu lassen. Dieses Auftreten des R.J. F. führte zwangsläufig 30

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