Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Editorial
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
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eine kurze hebräische Ansprache an die Versammlung richtete, einen tiefen Eindruck auf unsere nichtzionistischen Sportfreunde gemacht hat. Mitte August erwarben wir unseren ersten Doppel-Vierer. Ein lang gehegter Wunsch des Altherrenbundes war damit verwirklicht worden. Wir hoffen, daß die Anschaffung dieses Doppel-Vierers dazu beitragen wird, die Anteilnahme der Altherrenschaft am Ruderbetrieb anzuregen und wachzuhalten. Der Vierer erhielt zur Erinnerung an das erste Boot des Ruder-V. J. St., den Zweier „Kadimah", der wegen Altersschwäche nicht mehr benutzt werden kann, den Namen „Kadimah II". Am 2. September fand das Stafetten-Rudern der „Arbeitsgemeinschaft" statt, an dem wir mit einem Anfänger-Vierer, einem Altherren-Doppel-Vierer und einem Achter teilnahmen. Infolge eines Mißgeschickes konnten die Boote der Ivria sich nicht den ihrer Leistung entsprechenden Platz sichern. Unmittelbar nach dem Staffetten-Rudern begann das Training für die am 30. September stattfindende Regatta der B. R. G. „Undine", zu der wir zwei Vierer und einen Altherren-Doppel-Vierer meldeten. Nach einer Pause von fast 15 Jahren wurde wieder ein straffes Regatta-Training durchgeführt, das die Trainingsmannschaften mindestens jeden zweiten Tag im Bootshaus vereinigte. Die hierbei von den Instruktoren Exiner und Kurt Rosenberg geleistete Arbeit ist um so mehr anzuerkennen, als die Mannschaften zum größten Teil erst das erste Semester in der Ivria ruderten und daher auch erst kurze Zeit zusammenfuhren. Für die innere Festigung des Vereins war diese Leistung von nicht zu unterschätzendem Werte. Die beiden Riemen-Vierer boten bei der Regatta in Anbetracht der kurzen Vorbereitung ein gutes Bild. Sie lieferten sich gegenseitig vom Start v/eg einen harten Kampf und belegten die beiden ersten Plätze vor den dahinter liegenden Booten der „Undine". Der Altherren-Doppel-Vierer wurde von dem schon wesentlich länger zusammenfahrenden Altherren-Vierer der „Undine" abgehängt. Auch im Verlauf des Sommers 1934 hat uns wiederum eine große Zahl unserer Mitglieder — sowohl aus der Ivria als auch aus dem früheren Ruder-V. J. St. — verlassen, die teils nach Erez Israel, teils auf Hachscharah gegangen sind. Insgesamt sind im Laufe der Jahre 1933/34 31 Ruder-V. J. St.er und 13 Ivrier nach Erez Israel übergesiedelt, so daß die Zahl der Mitglieder aus beiden Vereinen in Erez Israel zurzeit über 50 beträgt. Durch den Briefwechsel mit diesen und durch die Palästinareisen vieler Bundesbrüder besteht ein ständiger und lebendiger Kontakt mit dem Lande. Gegen Ende des Sommersemesters 1934 zählte die Ivria in Berlin 36 Aktive (6 Senioren), 8 Mitglieder der Jung-Ivria, 46 Alte Herren (Altherrenbund des Ruder-V. J. St. und Ivria zusammen). Im Verlaufe des Winters 1934/35 versuchen wir, die innere Konsolidierung des Vereins fortzuführen, insbesondere auch die zionistische Bildung der Aktiven zu festigen und zu erweitern. Zu diesem Zwecke sind Gruppen gebildet worden, die einmal wöchentlich zusammenkommen und von Alten Herren geleitet werden. Ivrith wird in einem besonderen Kurse gelernt. Die sportliche Arbeit besteht in dem wöchentlich einmal stattfindenden Kastenrudern sowie im Waldlauf- und Handballtraining. Zur 2. Makkabiah haben wir den in der Undine-Regatta siegreichen Vierer gemeldet. Es ist bestimmt damit zu rechnen, daß eine verhältnismäßig große Zahl von Ivriern die 2. Makkabiah besuchen wird. Betrachten wir rückschauend die Arbeit und die Erfolge des letzten Jahres, so haben wir Grund zu hoffen, daß die Ivria zu ihrem Teil in steigendem Maße mitarbeiten wird an der Wiedergeburt unseres Volkes und an dem Wiederaufbau unseres Landes. 32