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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Editorial · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Editorial
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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allerdings vielleicht auch mit einer gewissen „inneren Mission". Die Freitag-Abende wurden nun gründlichst politisiert. Die Verbindung aber, in ihrer Mehrheit allgemeinzionistisch orientiert, besaß aber auch Bbr. Bbr. linker und rechter Observanz. Auch Hamburgers Bemühungen konnten hieran nichts ändern. Nach außen zeigte sich die Verbindung in gleichem Maße diszipliniert und geschlossen. Auf dem Camp in Hasselfelde 1930 war der Ruder-V. J. St. fünfmal so stark vertreten wie alle süddeutschen Verbindungen zusammen. Auf den Kartelltagen gab es eine zahlreiche Delegation des Ruder-V. J. St., die sich meist bei Abstimmungen einheitlich verhielt. Unser Verhältnis zum Präsidium in den Jahren 1930 bis 1933 war immer sehr eng, war ja in den Jahren 1932, 1933 unser A. H. Paul Hirsch Kartellpräside. In Jedem Präsidium saßen einige Bbr. Bbr., sie leiteten den I. St., verwalteten das Berufs- und Finanzressort und führten die Palästinafahrten durch. Trotzdem hat die Verbindung als solche auf die Präsidial- und Kartellarbeit im engeren Sinne keinen bestimmenden Einfluß ausgeübt, wie etwa die Maccabaea. Unsere eigentliche Außenarbeit war in der Hauptsache auf das Keilen gerichtet. Die Bildung von Schülerbünden und die übrigen vom Präsidium im Jahre 1932 vorgeschlagenen Pläne der Außenarbeit erfreuten sich nicht unserer sachlichen Zustimmung. Eine größere Wirkung versprach man sich von einer Arbeit im Bootshause in der Art der früheren Jung-Ivria. Zu einer Konkretisierung dieser Arbeit kam die Ivria jedoch erst im Sommer 1934. Im Gegensatz zu den übrigen Verbindungen, wo jegliche Bindung mit dem April 1933 aufhörte, war unsere Aktivitas vielleicht mehr als sonst zusammen. Man besprach und beriet sich miteinander. Der Konnex der einzelnen Bbr. Bbr. zueinander und das Interesse füreinander riß nicht ab, sobald eine räumliche Trennung eintrat. Hier bewährten sich Tradition und Erziehungsarbeit der Verbindung. Auf Grund des Erlasses des Herrn Rektors der Technischen Hochschule Charlottenburg vom 8. Juli 1933 löste sich der Ruderverein jüdischer Studenten auf. Die Ivria 1922-1933 Von Fritz Engel, Berlin Die Fusion zwischen Ivria und Ruder-V. J. St. hatte sich nicht bewährt. Sehr bald stellte es sich heraus, daß diese Zusammenlegung nicht geeignet war, die volle Wirkungsmöglichkeit beider Vereine zur Entfaltung zu bringen. Es war nicht so sehr der „akademische Rahmen", der dem hinderlich war. Denn einerseits war der fusionierte „Ruder-V. J. St. Ivria" nicht kleinlich bei der Aufnahme von Nicht-Akademikern und andererseits waren in der alten Ivria immer Studenten die aktivsten Mitglieder gewesen. Es war vielmehr das System der Arbeit, das der „Ruder-V. J. St. Ivria" für sich und seine Mitglieder notwendig einführen mußte: andere — größere und zeitraubendere — Anforderungen an geistiger Arbeit, ein intensiveres Arbeitstempo, eine zeitliche Inanspruchnahme, die aktive Studenten ohne weiteres mitmachen konnten, die aber für junge Kaufleute absolut unmöglich war. Wollte man die Werbungsmöglichkeit unter den jungen jüdischen Kaufleuten für den jüdischen Wassersport nicht unausgenutzt lassen, so mußte man die Ivria wieder in dem Rahmen arbeiten lassen, den sie bis zur Fusion gehabt hatte. Diese Einsicht setzte sich schon nach knapp zweijähriger Arbeit durch; der Konvent des „Ruder-V. J. St. Ivria" beschloß die „Defusion" und beauftragte mich mit der Leitung der neu aufzubauenden Ivria. 27

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