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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Editorial · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Editorial
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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1930 bis zur Auflösung Von Jakob Rosenberg, Berlin Als ich im Jahre 1930, in der Maccabaea, Königsberg, aktiv geworden, nach Berlin ging, stand ich vor der Frage, mich in eine der fünf Berliner Verbindungen überweisen zu lassen. Unter dem Gesichtspunkt, in Berlin einen ähnlichen Kreis wie in Königsberg zu finden, interviewte ich Bundesbrüder, die mit den Verhältnissen der Berliner Verbindungen vertraut waren. Es ergab sich mir ein Bild, das vier Verbindungen umfaßte. Die Kadimah schied von vornherein aus. Ihre politische Linie und Auffassung vom Komment* schreckten mich ab. In der Maccabaea, die mir eigentlich am nächsten stehen sollte, glaubte ich — ich weiß nicht, ob mit Recht oder zu Unrecht — die Fehler der Königsberger Maccabaea widergespiegelt zu sehen. Eine die Grenze des Erträglichen schon überschreitende Zahl von komplizierten und überspannten Menschen gab es zweifellos im Ruder- V. J. St. niemals. Im Gegensatz zu den übrigen Verbindungen war der persönliche Zusammenhang im Ruder-V. J. St., der sich zumeist auf in Berlin ansässige Bbr. Bbr. stützen konnte, verhältnismäßig gut. Die Verbindung galt sogar als exklusiv. Alles in allem haben die Jahre 1930 bis 1933 die Richtigkeit meiner damaligen Vorstellung bewiesen. Neben dem persönlichen Zusammenhang, der sich dem Außenstehenden zu erkennen gab, zeigte sich, daß das ganze Verbindungsleben bis zu seinem Ende von viel Tradition durchtränkt war. Diese Tradition zeigte sich in schönster Form auf den Oster- und Pfingstfahrten, die regelmäßig stattfanden. Für die meisten Bbr. Bbr. waren sie ein Erlebnis. Die gemeinsamen An- und Abfahrten, die Aufstellung der zahlreichen Boote, das ständige enge Zusammensein der Bbr. Bbr. in der freien Natur hinterließen einen bleibenden Eindruck und brachten die Menschen einander näher. Immer blieben auch die sonntäglichen Fahrten und die Trainingsnachmittage ein ausgezeichnetes Mittel, unsere jüngeren Bbr. Bbr. besonders in menschlicher Hinsicht zu erziehen. Hinzu kam die Erfassung der Menschen durch die Leibverhältnisse und Leibfamilien. In der Erkenntnis, daß die allgemeinen Veranstaltungen infolge einer größeren Aktivitas nicht geeignet waren, neue Menschen zu werben und junge Bbr. Bbr. stärker zu erfassen, ging man im Jahre 1926 an die Bildung von Gruppen, die später im Jahre 1931 planmäßig zu Leibfamilien entwickelt wurden. Diese waren die Träger der Keilarbeit und auch der gesamten Verbindungsarbeit. Der Wintercharge 31/32 gelang es, drei Leibfamilien (Glücksmann, Bab, Landau) aufzubauen, die sich in der Führung der Verbindung abwechselten. In der Haltung der Verbindung hatte sich in jener Zeit eine Wandlung vollzogen. Im Herbst 1930 hatten zwei junge Bbr. Bbr. mit geringen Ersparnissen eine Fahrt nach Erez-Israel unternommen. Der Eindruck des Landes war so stark, daß sie ihr juristisches Studium aufgaben und zur landwirtschaftlichen Ausbildung übergingen. Dies veranlaßte drei weitere junge Bbr. Bbr. zu einer Reise nach Erez-Israel unter ähnlichen Verhältnissen im Herbst 1931. Durch diese Reisen, die in solcher Form im Kartell erstmalig unternommen wurden, entstand eine lebendige Verbindung mit dem Lande, die dazu führte, daß an die Stelle der bisher mehr „geistigen" eine palästino-zentrische Einstellung trat. Im äußeren Verbindungsbetrieb erschien als Neuerung der Freitag-Abend, der eine zwanglose Zusammenkunft darstellte und auf dem Fragen auf den verschiedensten Gebieten besprochen wurden. Diese Form des Zusammenseins kam besonders den auswärtigen Bbr. Bbr. entgegen, die in keiner anderen Verbindung etwas Derartiges vorfanden. Auf diese Weise kam auch Ernst Hamburger in die Verbindung und nicht in die Kadimah, 26

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