Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Editorial
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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Trennung in einen ideologischen Teil und einen Teil, in dem Karfellgeschichte und das Persönliche im K. J. V.er-Leben besprochen wurde". Dieses Experiment wurde im Kartell als Einführung der Komment-Fuxenstunde mißverstanden. Der Versuch hat sich nicht bewährt und mußte aufgegeben werden. Dieser Zuwendung zur Äußerlichkeit entsprach auch der Antrag einiger Bbr. Bbr., die Forderung des hebräischen A. H.-Examens fallen zu lassen. Dieser Vorstoß hatte eine heftige Auseinandersetzung innerhalb der Verbindung zur Folge, die schließlich mit dem Siege des Gedankens des hebräischen Examens endete, wie heute mit Befriedigung festgestellt werden kann. Die Krönung der praktischen Arbeit des Ruder-V. J. St. war das Camp in Geisa. Das Camp wurde von den Bundesbrüdern des Ruder-V. J. St. organisiert, wie der Camp-Gedanke überhaupt von jeher im Ruder-V. J. St. den stärksten Widerhall fand. Das Camp war in jeder Hinsicht ein Erfolg. Der Ruder-V. J. St. demonstrierte auf dem Camp eine disziplinierte und korporative Geschlossenheit und zeigte sich den übrigen Verbindungen sportlich bei weitem überlegen. Ende 1928 setzte die Diskussion über die Vereinigung des B.Z.K, mit dem Kartell ein. Der Ruder-V. J. St. vertrat in dieser Frage eine Meinung, die im Gegensatz zu der Auffassung des Präsidiums und der Mehrheit des Kartells stand. Er war der Ansicht, daß die Aufnahme dieser Gruppe eine Schwächung des Kartells bedeuten könne. Die Verbindung wies darauf hin, welch schwerer Kampf im Kartell um die Durchsetzung primitivster zionistischer Forderungen, wie Zahlung von Maaßer, verantwortungsbewußter zionistischer Mitarbeit, Hebräisch und Schaffung lebendiger Beziehungen zwischen Palästina und dem Kartell, geführt werden müsse. Sie befürchtete, daß die starke Vermehrung der Altherrenschaft den Kampf um die Durchsetzung dieser Forderungen erschweren, wenn nicht unmöglich machen werde. Die Bedenken des Ruder-V. J. St. setzten sich bekanntlich nicht durch. Das B. Z. K. wurde gegen die Stimmen des Ruder-V. J. St. und seines Alteherrenbundes, die als einzige Verbindung geschlossen gegen die Vereinigung waren, aufgenommen. Die Frage, ob die Stellungnahme des Ruder-V. J. St. richtig war, läßt sich auch heute noch nicht abschließend beantworten. Das Jahr 1929 stand im Zeichen einer ansteigenden Arbeit. Die Keilerfolge waren gut. Vor allen Dingen wurde eine Anzahl recht wertvoller Leute aufgenommen. Die zionistische Werbearbeit erhielt zwar durch die traurigen Ereignisse in Palästina einen Rückschlag. Dieser Rückschlag verlor jedoch bald seine Wirkung und zeigte sich im Gegenteil als belebendes Moment. Das Interesse für Erez-Israel als Land erwachte immer mehr, und so wurde in der Verbindung der Boden vorbereitet, der zu den Palästina-Reisen einiger junger Bbr. Bbr. im Jahre 1930 und 1931 und im Anschluß daran zu dem Entschluß zur Chaluziuth führte. Nach Abschluß der Periode 1926 bis 1930 stand der Ruder-V. J. St. gefestigt da. Die Verbundenheit zwischen den Bundesbrüdern war erheblich gestärkt worden. Es hatten sich mehrere Gruppen gebildet, in denen die Fragen der Verbindung besprochen wurden. Diese Gruppen besaßen durch persönliche Beziehungen und den Betrieb des Ruder-V. J. St. wieder untereinander starken Zusammenhang. Sie waren bereit, die Verbindungsarbeit zu übernehmen und zu tragen, so daß der in früheren Jahren oft fühlbar gewordene Mangel an Bundesbrüdern, die verantwortlich mitarbeiten, behoben und eine kontinuierliche Arbeit der Verbindung gesichert war. 25