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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Editorial · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Editorial
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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in Karlsbad auf dem Kongreß zionistische Geschichte an ihrer Quelle erleben. Es war die Zeit, in der die Energie und Kraft Bertram Fishers der Verbindung ihren Stempel aufdrückten. Ein Mitglied seiner Leibfamilie, Leo Steinfeld, führte sie. Kaum vorher oder nachher erreichte ein Erstchargierter soviel Beliebtheit wie dieser, dem es gelang, in dem Inflationsjahr ungeachtet aller Schwierigkeiten die Verbindung nicht nur zusammenzuhalten, sondern auch wachsen zu lassen. Es kam das Jahr 1924, in dem sich alles konsolidierte. Es konsolidierte sich auch das K, J. V. Das Camp in Forchtenberg a. Kocher, von Fritz Simon mit besonderer Liebe ausgewählt, sah nicht wie das Camp des vorigen Jahres bloß wie eine Ruder-V. J. St.-Veranstaltung aus. Wir waren gewiß nicht minder zahlreich vertreten, aber auch die übrigen inzwischen wieder gestärkten Verbindungen waren da. Was die Stärke des Ruder-V. J. St. ausgemacht hatte, sein Sinn für Tachlith, seine gleichmäßige äußere Lebensform, drohte nunmehr zur Erstarrung zu werden. Eine gewisse Selbstgenügsamkeit und Selbstgefälligkeit brachen aus. Der Bau des Bootshauses war gerade beschlossen worden. Man fühlte sich schon als Balboß und hatte über Bauplänen und sportlichen Leistungen nicht immer hinreichend bedacht, daß Stillstand in der zionistischen Erziehung Rückschritt bedeutete. 1915—1929 Von Moses Harz, Berlin 1925 — der Ruder-V. J. St. befand sich ebenso wie das Kartell in schwieriger Lage. Der Aktivitas fehlte ieder zionistische Schwung. Die A. H. A. H. waren mit dem Aufbau oder Ausbau ihrer wirtschaftlichen Stellung beschäftigt und kümmerten sich kaum um die Verbindung. Das zionistische Interesse war — von wenigen Ausnahmen abgesehen — gering. Die Gründe hierfür sind vor allem in der im Zusammenhang mit der vierten Aliiah hervorgerufenen Krise in Erez-Israel zu suchen, die in scharfem Gegensatz zu den damals äußerlich günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen in Deutschland stand. Hinzu kommt, daß gerade kurze Zeit zuvor das Versagen der Jugendbünde, insbesondere des Blau-Weiß, in der praktischen Palästina-Arbeit offenbar wurde. Um den Einfluß dieses Umstandes auf das Kartell und den Ruder-V. J. St. (zu verstehen, muß man berücksichtigen, daß der weitaus größte Teil der Aktiven durch die Schule des Blau-Weiß gegangen war und daß auch ein großer Teil der Neuaufnahmen sich aus ehemaligen Blau-Weißen zusammensetzte. So waren z. B. von den 52 Neuaufnahmen des Sommersemesters 1926 40 Zionisten und nur 8 Nichtzionisten. Die Lage des Ruder-V. J. St. in jener Zeit läßt sich kurz folgendermaßen charakterisieren: Es fehlte die Leitung und es fehlte jede zionistische Aktivität. Die Keilarbeit war schlecht. Auf die Ausbildung der jungen Aktiven wurde nicht genügend geachtet, so daß sich ein großer Stamm von fünf- und mehrsemestrigen Füxen angesammelt hatte. Die sportlichen Leistungen waren ungenügend. Die internen Regatten mit dem Ruder-Club lvria wurden regelmäßig verloren. Die einzigen Vorzüge der Verbindung waren eine gewisse Disziplin und die persönliche Verbundenheit der einzelnen Bbr. Bbr. Diese Vorzüge entsprangen der Eigenart der Verbindung. Der Ruderbetrieb, machte eine gewisse Disziplin unumgänglich und brachte die Menschen schon allein durch die gemeinsamen Sonntagsfahrten einander näher. Überdies besaß die Verbindung von jeher einen festen Stamm von Bbr. Bbr., der sich nur durch Neuaufnahmen veränderte, im übrigen aber weder durch Abnoch durch Zugang von anderen Verbindungen wesentlich beeinflußt wurde. So bildete sich ein 23

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