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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Editorial · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Editorial
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Artikel postwendend abzuschicken, denn am 10. Dezember spätestens sei Redaktionsschluß, und er (der Briefempfänger) sei schon von jeher als ein großer Schlampser bekannt, es sei ein Saubetrieb und auf seiner (des Briefschreibers) Uhr sei es erst Mitte September, also Zeit genug. Unser Jerusalemer Freund bekommt einen großen Schreck, denn er kann sich absolut nicht mehr daran erinnern, was sich eigentlich Besonderes zwischen Februar 1920 und November 1922 ereigne* habe, außerdem liebt er es nicht, daran erinnert zu werden, daß er schon eh* richtiger „Alter Herr" geworden ist, dessen Schläfen anfangen, grau zu werden, und der nächstens eine Glatze bekommen wird. Aber ein alter Ruderknecht hat Disziplin in den Knochen, und die Bitten seines alten Schlagmanns sind ihm Befehl. Und so setzt er sich eines Abends an seinen Schreibtisch, blättert wieder einmal in alten Photographien und Zeitschriften, verqualmt unzählige Zigaretten, wirft seinen kleinen Sohn aus dem Zimmer, „weil bei einem solchen Krach wirklich kein Mensch seine Jugenderinnerungen schreiben könne", und schreibt . . . Fusion Die Fusion zwischen Ivria und Rudervist ist eine Folge der Vereinigung zwischen dem B. J. C. (Bund Jüdischer Corporationen) und dem K. Z. V. (Kartell Zionistischer Verbindungen), die kurz vor Ausbruch des Krieges zustandekam. Beide Verbände standen ursprünglich im Gegensatz zueinander, wenn auch nicht in der Tendenz, so doch in der praktischen Arbeit. Das K. Z. V. hatte einige seiner spprtliebenden Mitglieder in die anfangs jüdisch-neutrale Ivria entsandt mit dem doppelten Ziele, dte Ivria zu zionisieren und andererseits der sich stark entwickelnden jRuderabteilung der Vereine Jüdischer Studenten im B. J. C. im wahren Sinne des Wortes „das Wasser abzugraben". Aus den feindlichen Brüdern wurden aber, wie gesagt, im Juli 1914 Bundesbrüder, und eine der ersten Taten des jungen K. J. V. war der Beschluß, die alte Ruderabteilung in eine richtige Verbindung, den Ruder-Verein Jüdischer Studenten, umzuwandeln. Es war selbstverständlich, daß diejenigen ehemaligen K. Z. V.er, die der Ivria angehörten, dem neuen Verein als „Alte Herren" beitraten, so daß auf diese Weise Doppelmitgliedschaften geschaffen wurden. Der Mangel an geeigneten Instruktoren machte es notwendig, daß der technische Betrieb der beiden Vereine, deren Bootsschuppen sich schräg gegenüber an den Ufern der Oberspree lagen, vereinigt wurde. Junge K. J. V.er ruderten in Ivria-Booten und wurden von Ivrianern instruiert und umgekehrt. Schon im Juni 1917 wurde auf einer Sitzung, von der die „Ivria-Blätter" bemerken, daß der Freund der „Fusion" (hier taucht das Wort zum ersten Male in der „Literatur" auf) seine helle Freude daran haben könne, wie stark auf beiden Seiten das Bedürfnis nach einheitlicher Zusammenarbeit zum Ausdruck gekommen sei, von Vertretern beider Vereine beschlossen, die „Ivria-Blätter" dem Ruder-Vist zur Verfügung zu stellen, ebenso wie „zum Zwecke der jüdischen Erziehung der Junioren (der Ivria) einen obligatorischen, systematischen Unterricht, zwei Stunden wöchentlich, abzuhalten, der vorläufig von Ernst Pinner mit Unterstützung Exiners geleitet werden soll". In derselben Nummer der Zeitschrift heißt es: „Die Ruder-V. J. St.er arbeiten bei uns kräftig mit", im April 1918: „Der Betrieb am Bootssteg ist jetzt außerordentlich lebhaft, zumal auch die aktiven Mitglieder des Ruder-V. J. St. regelmäßig mitmachen". Die Julinummer 1918 bringt einen Artikel von Fritz Schwabe, „Zusammenschluß", der einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Ivria, Rudervist und Bar Kochba das Wort redet, allerdings nur in einer sehr losen Form, und der betont, „daß der jüdische Akademiker mit schlecht verhehltem Dünkel auf den Kaufmann herabsieht und sich gar nicht die Mühe gibt, seine Sorgen und Leiden kennen zu lernen oder zu teilen". So auf der ersten Seite; auf der vorletzten 14

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