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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Editorial · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Editorial
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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von der Generationen sprachen, oder eine Bowlenkneipe in unserem Garten In Oberschöneweide, nach der Jegliche Debatte über Kneipen verstummte. Damals gelang uns, wie selten später etwas: Wir brauchten keine „Burschen-Convente", um Personalaffären zu bereinigen. Gute alte Tradition regelte da viel im Boot und beim Lagern. Ein rauher, aber herzlicher Ton! So wurden unsere aus Leben und Schaffen herausgerissenen Kriegsteilnehmer nicht nur zu sich selbst, sondern auch in den Dienst für den zionistischen Gedanken zurückgeführt. Damals fühlten wir uns stark. Wir keilten uns eine neue Generation und — nicht zu vergessen — unsere Brüder. Der Altherrenbund erließ im Januar 1919 einen Aufruf zur Gründung von Rudervereinen; in Frankfurt a. M. wurde ein Ruder-V. J. St. aufgemacht. Der Sport- V. J. St. wurde mit Unterstützung des Ruder-V. J. St. gegründet. Wir hatten, wie kaum sonst eine K. J. V.-Verbindung, unsere regelmäßigen Fuxenstunden. Wir steigerten die Ansprüche bei der Burschung; zum erstenmal benutzten unsere Füxe die Vorbereitung zum Burschen-Examen, um sich in wissenschaftlichen Referaten unter Anleitung der Älteren zu versuchen. Dabei kam auch der Sportbetrieb auf eine im Ruder-V. J. St. später nie wieder erreichte Höhe; wir machten die Entdeckung, daß in unserem Kreise die Zeiten eines besonders regen zionistischen Lebens, auch die Zeiten eines besonders freudigen und eifrigen Sportbetriebes sind. Gerade die geistige Auseinandersetzung zwischen Jugend und Älteren hat den Ruder-V. J. St. nach dem Kriege zu einer vorbildlichen K. J. V.-Verbindung gemacht. Die menschlichen und zionistischen Bindungen jener Zeit sind stark geblieben bis auf den heutigen Tag. FuSlOn Und „Jung4vriaf 1 Von F r i t z S i m o n, Jerusalem „Jugenderinnerungen" Sonntags, Bootshaus, halb zehn Uhr vormittags. Die Vierer und Zweier sind schon längst unterwegs, nur der Achter liegt noch am Bootssteg. Der Steuermann und Nummer eins bis sieben sitzen frierend auf ihren Plätzen und warten auf den verehrlichen Herrn Schlagmann. Nach einer weiteren Viertelstunde erscheint endlich F r i t z E n g e I, wirft seine Sachen ins Boot, beschimpft ein paar ängstliche Junioren, behauptet, es sei ein Saubetrieb, im übrigen nach seiner Uhr erst neun, und ab geht es in sausendem Galopp ... Vierzehn Jahre später. Aus dem angebrüllten Junior ist ein bemooster Familienvater in Amt und Würden geworden, der selber brüllt. Gerudert hat er schon seit zehn Jahren nicht mehr, seitdem er in Jerusalem lebt, wo manchmal das Wasser zum Zähneputzen fehlt. Aber er denkt noch manchmal und nicht ungern an die „selige Jugendzeit", besonders wenn er die zahllosen Photos von zahllosen Ruderfahrten betrachtet oder in den alten Jahrgängen der „Ivria-Blätter" oder des „Jüdischen Studenten" blättert, die, schön gebunden, seine Bibliothek zieren. Eines Tages fliegt ein Luftpostbrief auf seinen Schreibtisch von Fritz Engel: das 25jährige Jubiläum der Ivria würde in Kürze ausbrechen, ihre Geschichte und die des R. V. J. St. solle von gediegenen Fachkennern ab ovo dargestellt werden, und man bäte ihn als den Mann, der (und dann folgen ein paar schmeichelhafte Worte) usw., die Zeit der Fusion zwischen Ivria und V.J. St., genau von Februar 1920 bis November 1922, behandeln. Im übrigen habe er sich sofort hinzusetzen und den 13

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