Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Editorial
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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wird auch die jüdische Erziehung intensiver gestaltet. Es werden obligatorische Kurse eingerichtet, und in den „Ivria-Blättern" wird die zionistische Tendenz schärfer und eindeutiger herausgearbeitet. Die Verbindung mit Palästina, unterstützt durch die Balfour-Deklaration, wird immer deutlicher betont; auch finden wir viele Artikel, speziell von Kameraden, die an der Ostfront stehen, welche das Ostjudenproblem in positiver Weise behandeln. Auch die Judenzählung wird in den Spalten der „Ivria-Blätter" vermerkt. Wenn wir diese fast 20 Jahre alten Blätter durchsehen, können wir feststellen, daß man schon damals in unseren Reihen die Dinge außerordentlich deutlich erkannt hat. Es ist der von Marx geführten Redaktion mit Unterstützung von Schwabe und Exiner zu danken, daß die oben geschilderte Tendenzentwicklung sich immer weiter ausprägt, und daß entsprechend auch die Jugenderziehung in dieselben Bahnen gelenkt wird. Ende 1918 bringt Marx als Beilage zu den „Ivria-Blättern" den ersten Unterrichtsbogen „Landeskunde Palästina" heraus, dem dann Anfang 1919 vier weitere Unterrichtsbogen im Eigenverlag der Ivria: „Die Juden in Palästina", „Die Juden in der Diaspora", „Jüdische Geschichte", „Der Zionismus" folgen. Daneben finden wir eine in 13 Paragraphen von Exiner ausgearbeitete Bootshaus- und Fahrordnung (auf den Gummischlauch darf nicht getreten werden), ebenso aus der gleichen Zeit ein minutiös ausgearbeitetes Instruktionsprogramm (von Mattlatzki). Der Krieg ist zu Ende. Ein Drittel der alten Aktivitas, derer wir mit Wehmut gedenken, deckt der Rasen; ein Teil ist zum Krüppel geschossen, noch gefangen oder zermürbt von jahrelangen Kriegsstrapazen, so daß von der alten Vorkriegs- Ivria in Berlin sich nur wenige wieder anfinden. Aber alle, die zurückkommen, sind auch wieder von der ersten Stunde dabei und finden einen durch den inzwischen herangezogenen Nachwuchs schlagfertigen Klub vor. Die innere Stärke der Kriegs-Ivria wirkte sich auch auf die Jüdische Turnerschaft (Deutscher Kreis) aus. Hier war das Leben während des Krieges ziemlich erstorben. Versuche, die Turnzeitung erscheinen zu lassen, waren gescheitert. Nach verschiedenen Anläufen wurde auf dem Turntag im Herbst 1918 ein neuer Vorstand gebildet, dem an maßgebender Stelle unsere alten Freunde Exiner und Schwabe angehören. Die Redaktion der Turnzeitung übernimmt Marx, und die „l.-BI." erscheinen November 1918 zum letztenmal als selbständiges Organ. Später werden die internen Nachrichten der Ivria in Druckbogen der Turnzeitung beigelegt. Futter gründet mit einem Ivria-Boot eine Ruderabteilung in Stettin, die später eigene Wege ging. Die Wiederbelebung des Ruder V.J.St. nach dem Kriege Von WalterKatschke, Berlin 1917 war die Balfour-Deklaration und die Erklärung der deutseben Regierung ergangen. Früher ungeahnte Möglichkeiten eröffneten sich für die zionistische Bewegung und damit für die Jugend. Sie wollte sich auf diese Möglichkeit vorbereiten. Ihr gegenüber standen wir Älteren aus der Vorkriegszeit, beeinflußt vom deutschen Studententum, von Krieg und Kriegserfahrungen. Im Kriege hatten Ivria und Ruder-V. J. St. gemeinsamen sportlichen Betrieb. Träger waren einzelne Ältere, die verwundet in Berlin waren, und die Jung-Ivria. Von dieser wurde einer nach dem anderen eingezogen. Nach Rückkehr der Bundesbrüder Ende 1918 kamen wieder Jugend und Ältere zusammen. Kern des Ruder-V. J. St. waren die zurückgekehrten Jung-Ivrier. Sie n