Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 3 (April 1935)
- Date
- 1935-04-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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erloschen waren. Tatsächlich aber war ganz offensichtlich, daß die atüs^etrietenen Bundesbrüdefr von vornherein iw&t (gebundener Marschroute auf den Kartelltag gekommen waren, und daß sie vielleicht nicht dem Buchstaben, wohl aber dem Geiste ihres Mandates entsprechend handelten. Die Trennung, so ungern sie auch gesehen wurde, hatte sich eben nicht vermeiden lassen. Nichts verdeutlicht die Schuldfrage so sehr wie der Umstand, daß die Zephira und der BV. Mittel- und Nieder-schlesien ihre Delegierten bereits vor dem Kartelltag mit der Vollmacht zur Austrittserklärung ausgerüstet hatten. Schon vor dem Kartelltag hatte sich aus ähnlichen Gründen in der VJSt,- Saronia Frankfurt eine Sezession vollzogen; die Mehrheit der im VJSt. Berlin tätigen Alten Herren, kleinere Gruppen in Würzburg und Rostock schlössen sich diesen Schritten an: im ganzen waren es etwa 130 bis 150 Bundesbrüder, die sich unter der geistigen Leitung von Isaak Zwirn zum „Bund Zionisti<* scher Korporationen" (BZK.) zusammenschlössen; unter ihnen waren Elias Fischer, Gotthold Weil, Hermann Moses, Georg Löweniberg, Justus Schloß, Edgar Marx; aber weder Bruno Kirschner, noch Georg Herlitz, noch Martin Ascher folgten ihnen. Und Präside des KJV, wurde sogar ein Alter Herr des VJSt. Berlin, Hermann Lelewer, der die Arbeit Blumenfelds geradlinig fortzusetzen entschlossen und vom Kartelltag beauftragt war. (wird fortgesetzt) Buchbesprechungen ^Palästina", Zeitschrift für den Aufbau Palästinas. Das letzte Heft (Nr. 2) der von Adolf Böhm-Wien herausgegebenen Zeitschrift enthält einen Artikel von Dr. Ludwig Neumann über „Stadt und L a n d". Er bespricht die bekannte Erscheinung, daß der Zustrom in die Stadt viel schneller wächst als auf dem Lande und empfiehlt eine energisch geführte Politik der Arbeitshilfe-Siedlungen am Lande und an den Rändern der Städte, Er weist auf die Bedeutung der nationalen Fonds hin. — Dr. G e o r, g S a n d- 1 e r erläutert das ziemlich verwickelte Bodenrecht in Palästina mit seinen Bestimmungen über die einzelnen Bodenkategorien, die Formalitäten bei Kauf, Belehnung und Erbgang. Agr. Dr. Max Hirsch schreibt über Landwirtschaftliche Erziehung. Er erörtert auf Grund langjähriger Erfahrungen die speziellen Erfordernisse der Erziehung jüdischer Landwirte für und in Palästina. — Dr. Hillel Schachtel «schreibt über Bevölkerungsbewegung. An Hand eines großen Ziffernmaterials bespricht er die biotischen Verhältnisse der drei Elemente der Bevölkerung und den Einfluß der jüdischen Einwanderung auf ihren Stand. — Anläßlich der Eröffnung der Oellinie schreibt Dr. Alfred Marcus über Palästina als Erdölmarkt und die Pipeline. Er erörtert den sprunghaft steigenden Bedarf Palästinas an Treibkraft und meint, daß durch die Pipeline keine Ermäßigung der Preise erfolgen wird. — Dr. Hugo Bojko erörtert in dem Artikel Zum Zeitschriftenmangel an den wissenschaftlichen Instituten Palästinas diese Frage und macht konkrete Vorschläge betreffs der Herausgabe einer wissenschaftlichen Zeitschrift für die naturwissenschaftlichten Fächer. — Dr. Jaques Adler gibt den Monatsbericht über Wirtschaft mit ausführlichen Marktangaben über jeden Artikel, ferner den über die Gründungstätigkeit im Januar. Reichhaltige Nachrichten und Daten sowie Buchbesprechungen beschließen das Heft. X. 79