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Der jüdische Wille · 1935-04-01 · Heft 3 (April 1935) · page 13

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 3 (April 1935)
Date
1935-04-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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terung, einer zwingenden Fragestellung auch der eigenen Position' gegenüber immer wieder verdeckt durch eine eigentümliche Legitimitätsauffassung der „Entscheidung" schlechthin. Man betont die selbstverständliche Achtung der verschiedenen innerjüdischen Gruppen voreinander und geht dabei von der Gleichwertigkeit dieser Gruppenentscheidungen aus. Man diskutiert von Positionen aus oder auf Positionen hin. Man scheint dabei die Legitimität aller innerjüdischen Gruppenentscheidungen anzuerkennen. Diese Auffassung geht von der falschen Voraussetzung aus, daß jede jüdische Entscheidung nur eine teilhafte sei und daß die Totalität unseres jüdischen Seins sich nur aus einer Zusammenschau dieser einzelnen Entscheidungen ergeben könne. Eine solche Sicht gibt wohl die Möglichkeit zu einer organisatorischen Zu* sammenfassung aller Bünde, ohne daß diese Zusammenfassung selbst ein eigenes Gepräge1 besitzen kann. In dieser Lage befindet sich daher auch der Reichsausschuß jüdischer Jugendverbände, der sich zwar selbst als GesamtorganJ« sation der jüdischen Jugend einer aktiven innerjüdischen Stellungnahme enthalten kann, aber darüber hinaus die Möglichkeit zu einer verantwortlichen jüdischen Prägung wahrnehmen müßte. Die jüdische Jugend weiß, daß die letzten Ensoheidungen viel eher Willens» als Tais ac he n entscheidungen sind. Sie wird daher zwar das Bekenntnis achten. Aber als entscheidendes Kriterium wird sie jedem ideologischen Bekenntnis die Erkenntnis der jüdischen Wirk« 1 i c h k e i t zugrunde legen* In dieser Einheit, die in der jüdischen Existenz, im Schicksal dieser Jugend begründet ist, wird eine sogenannte weltanschauliche Diskussion überflüssig. Denn in dieor tieferen Einheit der gemeinsamen jüdischem Aufgaben werden die ideologischen Gegensätze aufgehoben. Sie konfrontieren sich auf einer anderen Ebene als die herkömmlichen „Pro* gramme" der innerjüdisbhenj Gruppen. Es kommt auf die Antwort an, die die Bünde auf die Frage der Gestaltung jüdischer Zukunft zu geben haben. Nicht nur, daß eine Antwort gegeben werde, ist wichtig. Auch die Legitimität dieser Antwort, ihre Unerschütterlichkeit ist von entscheidender Bedeutung, wenn sie Antworten anderer Bünde begegnet. Solche Antwort kann nur werden, wenn die Frage ernst und echt, jung und frei, also erschütternd und erschüttert gestellt wird. (Wir werden die Behandlung der für die jüdisch© Jugend in1 Deutschland wichtigen Fragen noch fortführen. D. Red.) Die Erkenntnis der Judenfrage als Aufgabe unserer Generation Von Dr. Arthur Prinz I. Die schweren Ereignisse, die in den letzten beidien Jahren über die deutsche Judenheit hereingebrochen sind, bedeuten' auch für uns Zioniaten, denen die Unsicherheit aller jüdischen Existenz in der Galuth längst klar war, eine tiefe geistige und seelische Erschütterung. Daß in einem der kulturell führenden Länder in so kurzer Frist eine derartige Veränderung in der wirtschaftlichen, rechtlichen, politischen und kulturellen Stellung der Juden, und auch in ihren menschlichen Beziehungen zur Umwelt vor sich gehe» könne, das hat auch von uns Zionisten kaum jemand für möglich gehalten, und tausendfach haben die Ereignisse in uns die Frage wachgerufen: Wie war das alles #

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