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Der jüdische Wille · 1935-04-01 · Heft 3 (April 1935) · page 11

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 3 (April 1935)
Date
1935-04-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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schwcrten. Seit geraumer Zeit versuchte daher der Makkabi eine eigene Siedlung, das Kfar Hamakabi, zu errichten, zu dem jetzt anläßlich der zweiten Makkabiah der Grundstein gelegt werden wird. Es ist schon viel über die selbständigen Siedlungen einzelner Gruppen und Bünde gestritten worden. Wahrscheinlich ist ein abschließendes Urteil hierüber überhaupt noch nicht möglich. Das Problem ist grundsätzlich das Gleiche, wie bei der landsmannschaftlichen Begrenzung einer Siedlergruppe. Die Erfahrungen, die man bei der praktischen Arbeit sammeln wird, werden die Erörterungen stärker befruchten, als alle theoretischen Meinungen) vorher Gleichwohl wird man die Aktivität begrüßen müssen, mit der unsere Makkabim diese Siedlung ins Leben rufen. Nicht nur, weil hierdurch die Mitarbeit sämtlicher Mitglieder des Makkäbi an dem KKL. besonders gesteigert wurde, sondern weil auf diese Weise der Versuch gemacht wird, während einer Uebergangszeit im Lande selbst die Menschen des Makkabi bei ihrer Einordnung zu unterstützen. Es können in diesem Zusammenhang nicht alle die Schwierigkeiten, die durch die Zusammenarbeit von Histadruth und Hapoel für die Mitglieder, des Makkabi auftreten, ausführlich dargestellt werden. Eine Reihe dieser Schwierigkeiten wird ohne weiteres durch den Ausbau dieser Makkabisiedlung behoben werden. Der Makkabi will schließlich auch durch diese eigene Siedlung zeigen, daß es möglich sein muß, Menschen nicht nur im Sinne der Makkabi-Idee in der Ga 1 uth zu erziehen, sondern sie auch in Eres I s r aeI einzuordnen. Zur Bildungssituation der jüdischen Jugend Von Dr. Paul Eppstein In allen Gruppen der jüdischen Jugend zeigt sich gegenwärtig eine starke Aufgeschlossenheit und Bereitschaft zur Bildungsarbeit. Die jüdische Jugend hat in der Bildungsarbeit eines der entscheidenden Mittel zu einer jüdischen Verankerung erkannt. Die Bildungsarbeit wird von den Bünden ausgerichtet und getragen. Die Bildung wird dem bündischen Erziehungsziel ein* und untergeordnet. Daraus ergibt sich, d'aß die bündische Bildungsarbeit immer mehr ist und sein muß als die Vermittlung von Wissen, als das Kennenlernen von Tatsachen, als das Verstehen von geschichtlichen Zusammenhängen. In der Bildungsarbeit tritt die persönliche Bindung, die1 der Bund seinen Menschen auferlegt, iif der Auswahl des Bildungsstoffes, in der Form seiner Weitergabe, aber auch in der dauernden Beziehung des Bildungsstoffes auf die zentrale Erziehungsabsicht des Bundes in Erscheinung. So umfaßt zunächst der Totalitätsanspruch des Bundes auch seine Bildungsarbeit. Dieser Anspruch auf Ausschließlichkeit, darauf, daß der Bund alle Arbeiten seiner Menschen selbst zu bestimmen und sie nicht anderen, „bundesfremden" Institutionen zu überlassen habe, wirkt sich jedoch in den weltanschaulich verschiedenen Gruppen der jüdischen Jugend auch verschieden aus. Die agu das tischen Bünde lehnen eine gemeinschaftliche Bildungsarbeit ab, weil ihnen die Bildung Teil des Gesetzes ist, weil sie also nur im eigenen Kreis glauben, eine ihrer Grundanschauung entsprechende 67

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